„OneCoin“-Queen Dr. Ruja Ignatova mit 14 Monaten auf Bewährung vorbestraft !

Bereits im April 2016 stand Frau Dr. Ruja Ignatova als frühere Betriebseignerin der Waltenhofer Gusswerke (bei Kempten) vor dem AG Augsburg. Der Staatsanwalt attestierte der Fr. Doktor „eine gewisse kriminelle Energie“, worauf die ehemalige Chefin des Waltenhofener Gusswerks kurz den dunkelrot geschminkten Mund verzog. Dies war so ziemlich die einzige Reaktion zu den Vorwürfen der Insolvenzverschleppung. Ansonsten verfolgte sie ohne merkliche Regung die gut einstündige Verhandlung. Das Urteil, dass die Augsburger Amtsrichterin Elke Bethge nach einer kurzen Pause verkündet, entsprach exakt dem, was sie zu Beginn der Verhandlung angekündigt hatte: Ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung. Dazu eine Geldstrafe von 18.000 Euro an den Staat. Der ebenfalls angeklagte Vater hat einen Strafbefehl über 12.000 Euro erhalten. Er nahm aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verhandlung teil. Die Geldstrafe dürfte der Angeklagten lediglich ein müdes Lächeln entlockt haben, macht sie doch mit OneCoin derzeit den „großen Reibach“.

Die Vorgeschichte zur Verurteilung weist ein typisches Verhaltensmuster auf.

Das Gusswerk Waltenhofen fertigte seit 1947 hochwertige Gussteile für den Werkzeug- und Maschinenbau, sowie die Automobilindustrie. Nach einer Insolvenz im Jahre 2009 trat Dr. Ruja Ignatova nebst Vater als Retter auf und kauften das Unternehmen. Um den Neustart und die Fortführung zu erleichtern, machten IG Metall und Belegschaft in einem Vertrag erhebliche Zugeständnisse. Das Unternehmen schien Tritt zu fassen. Im Januar 2012 wurden von der Belegschaft jedoch urplötzlich Vorbereitungen zum Abtransport von wertvollen Maschinen nach Bulgarien festgestellt, was gerade noch verhindert werden konnte. Am 13. Januar 2012 verkauften die Ignatovs die Firma klammheimlich, offensichtlich an einen Strohmann, der vier Tage später Insolvenz anmeldete. Angeblich wusste er um die wahre Lage der Firma nicht Bescheid. Nach zwei Wochen ging er in Urlaub und tauchte seither nicht wieder auf. Nicht die Stabilisierung und Fortführung des Unternehmens, sondern das Auspressen der Firma war Ihr Ziel. Wissentlich haben Sie die Existenz der Beschäftigten und somit die Existenz von über 100 Familien im deutschen Raum Allgäu aufs Spiel gesetzt. Selbst Ihr Verkauf bei Nacht und Nebel, sowie die anschließende Flucht ins Ausland, befreite sie aber nicht von Ihrer Verantwortung. Die Gewerkschaft IG Metall forderte die Ignatovs auf, die dem Unternehmen entzogenen Gelder in Höhe von Minimum EURO 1.000.000 umgehend wieder zurückzuerstatten. Die IG Metall erstattete danach gegen Dr. Ruja Ignatova Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs, womit sich die Staatsanwaltschaft in Augsburg befasste und es zu dieser Verurteilung kam. Erwähnenswert ist, dass sich Frau Dr. Ruja Ignatova noch beim Insolvenzverwalter der Gusswerke Waltenhofen beschwerte, dass er die Raten für einen Porsche Cayenne nicht mehr bezahlt hatte.

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