„Soll ich z. B. in die Schweden-Cloud investieren?“ Eine sachliche Begründung um von Customer Clouds abzuraten!

Bereits am 19. April 2017 antwortete der versierte Privatanleger, Ingenieur und selbsternannte „Finanzwesir“ auf die Leserfrage: „Soll ich in die Schweden-Cloud investieren?“ folgendermaßen: „Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es auch meist nicht wahr. Ich bezahle 1.500 Euro für die Schweden-Cloud. Die Wikinger shoppen sich in Ekstase und bei mir fluten die Kronen nur so rein. Ehrlich jetzt?“ (https://www.finanzwesir.com/blog/multilevelmarketing )

Diesem sarkastischen Fazit ging jedoch eine ernste Prüfung und Fragenstellung voraus. Dem Finanzwesir nach prüfen Profis am Papier und in der Praxis, bevor sie in ein Geschäft investieren. Auf dem Papier sind die Verträge zu prüfen, zu fragen ob das Geschäftsmodell auf realistischen Zahlen basiert, ob die Umsätze dauerhaft generiert werden können, etc. In der Praxis müsste man an die Lage vor Ort prüfen. Das würde etwa bedeuten eine Feldstudie an der Supermarktkasse vor Ort durchzuführen und zu prüfen wie viele Kunden per Cashback Card, für welche Summen einkaufen. Schließlich müsse man die Schlussrechnung erstellen, wie viele Shopping-Punkte generiert werden, wie viel in der Organisation versickert und was bei einem selbst noch ankommt.

Diesen Praxistest hat vor kurzen die norwegische Glückspielbehörde gemacht (Entscheidung der norw. Lotterie- und Stiftungsaufsicht GZ 18/00107-1/ vom 19.02.18). Die Zahlen kamen nicht aus einer Feldstudie, sondern sind die tatsächlichen Zahlen aus der Buchhaltung von Lyoness/Lyconet selbst. Fazit: von € 23,54 Mio Umsatz kommen € 21,52 Mio aus dem Verkauf von Rabattgutscheinen, Customer Clouds, etc. und nur € 2,02 Mio aus dem Verkauf von Waren. Das bedeutet 91% aller Umsätze kommen aus Investitionen und nicht aus Einkäufen. Investitionen sind keine dauerhaften Umsätze, die Zahlen sind damit auch nicht realistisch. Durch die Einkäufer werden dadurch auch weit weniger Shopping-Punkte generiert

Im Ergebnis sei es laut Finanzwesir immer wieder das gleiche Schema: Die Verkäufer meinen die Abkürzung zum Reichtum gefunden zu haben und man dürfe als Auserwählter mitmachen. Diese Abkürzung existiere aber nicht. Auch die norwegische Glückspielbehörde hat (noch nicht rechtskräftig) entschieden, dass es sich bei den Tätigkeiten von Lyoness/Lyconet und damit auch bei den Customer Clouds und den Rabattgutscheinen um ein Pyramidenspiel bzw. Schneeballsystem handelt (https://lottstift.no/nb/om-oss/aktuelt/varsel-om-vedtak-sendt-til-lyoness/ ;

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Wolfgang Schöberl/Clemens Douda LL.M. (WU))

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