XPro-Aus zum 30. September – droht ein vollständiger Verlust?
Offizielles Aus zum 30. September 2025
XPro hat angekündigt, alle weltweiten Aktivitäten zum 30. September 2025 einzustellen. Offiziell heißt es, die Entscheidung sei strategisch und nicht auf finanzielle oder operative Probleme zurückzuführen. Aus unserer Sicht ist das ein Warnzeichen: Immer wieder erleben wir, dass Unternehmen in MLM- und Krypto-Strukturen ihr Ende mit wohlklingenden Formulierungen bemänteln, während Anleger um ihre Gelder bangen.
Zerstreute Zuständigkeiten statt klarer Verantwortlichkeit
Besonders kritisch ist die Anweisung, sich bei Fragen zu Geldern direkt an „Vorgesetzte“ zu wenden. Das verschiebt Auskunfts- und Entscheidungshoheit in Empfehlungsstrukturen, dort erhalten Betroffene erfahrungsgemäß selten rechtsverbindliche Antworten.
Zudem wurde mitgeteilt, dass Centtura nicht mehr als Dienstleister fungiert; bei Problemen solle man sich gleichwohl an deren Support wenden. Dieses Muster kennen wir: Zuständigkeiten werden verlagert, bis am Ende niemand greifbar ist. Für Anleger entsteht das Risiko, zwischen XPro und Centtura hin- und herverwiesen zu werden, ohne Ansprüche realisieren zu können.
Dreistufiger Schließungsprozess – nur noch begrenzte Zeit
Die angekündigten Phasen wirken wie ein Abwicklungsplan, tatsächlich setzen sie enge Fristen für Auszahlungen und Datenbestätigungen:
- 13.–20. September: Offizielle Mitteilung, allgemeiner Support.
- 21.–30. September: Letzte Chance, Provisionen abzuheben und Kontodaten zu bestätigen.
- ab 1. Oktober: Nur noch 90 Tage E-Mail-Support – danach wird die Plattform endgültig abgeschaltet.
Hinweis: Nach dem 30. Dezember 2025 ist die Durchsetzung offener Forderungen erfahrungsgemäß erschwert.
Wiederkehrende Muster – Parallelen zu anderen Projekten
Unsere Recherchen zeigen bei XPro dieselben Strukturmerkmale wie bei Zeniq, Safir und ähnlichen Projekten:
- Unklare Zuständigkeiten bei Auszahlungen
- Verweis auf externe Dienstleister, die sich ebenfalls entziehen können
- Abschluss unter dem Schlagwort „strategischer Schritt“, während Gelder gefährdet sind
- Keine erkennbare Aufsicht/Lizenzierung
Warnhinweise aus allgemein zugänglichen Quellen – etwa von europäischen Finanzaufsichten zu MLM-Krypto-Modellen – bekräftigen, dass Anleger in solchen Strukturen kaum Schutz genießen.
Anschlussstruktur über „CONNECT“: alter Wein in neuen Schläuchen?
Parallel zur XPro-Abwicklung taucht mit CONNECT (connect.ac) ein als „privater Hub“ beworbenes Modell auf, das „Trusted Providers“ wie WADZ, BXpay, NodeK und Centtura bündelt – mit einer Rhetorik, die stark an Safir, Zeniq, XPro und Homnifi erinnert. CONNECT grenzt sich zwar in den FAQ von klassischem MLM ab, setzt aber weiterhin auf Referral-Mechaniken und Einladungsprämien – ein bekanntes Muster.
- WADZ koppelt Einzahlungen laut eigenen Dokumenten automatisch 50/50 an ETH/USDC-LPs (Uniswap); Erträge kommen aus Pool-Fees, mit Lizenzstufen bis 70/30 Profit-Split und 3× Earn-Cap. Brisant ist das „Recovery Program“: Es adressiert frühere Communities und erlaubt die Konvertierung bestimmter Alt-/Promo-Token (u. a. Homnifi-Promo, T-Balance, Journey Bridge) in eine nicht übertragbare WADZ-Balance – eine Ansprache, die geschädigte Anleger gezielt adressiert.
- NodeK wirbt mit „hardwaregestütztem Minting“, BXpay als Payment-Anbieter (laut Website: BankXcellerator ApS, Dänemark). Auffällig ist die Namensähnlichkeit zu „B2Pay“, das in einer FMA-Warnung im XPro-Kontext genannt wurde – ohne dass hiermit eine Gleichsetzung behauptet wird.
- Centtura taucht auch im CONNECT-Kosmos auf; zusammen mit WADZ/BXpay/NodeK entsteht der Eindruck einer Anschluss-Architektur, in der Zuständigkeiten verschoben und Alt-Narrative reaktiviert werden – während Anleger erneut Konto-, Auszahlungs- und Beweislast-Risiken tragen.
Rechtliche Einordnung (EU-Bezug)
Lizenzgebühren, Profit-Sharing und automatisierte Pools können – je nach Ausgestaltung – unter KWG (DE), BWG (AT) oder MiCA fallen. Ohne Zulassung dürften solche Angebote in der EU nicht legal betrieben werden. Die gezielte Ansprache bereits Geschädigter über ein „Recovery Program“ kann – einzelfallabhängig – als Ausnutzung einer besonderen Lage (§ 4a UWG) bewertet werden. Marketingbegriffe wie „kein MLM“, „transparent“ oder „fair“ stehen zudem im Spannungsfeld realer Risiken (Smart-Contract-Fehler, Impermanent Loss, Lizenzkosten), die klassische DeFi-Protokolle so nicht kennen.
Fazit: Höchste Vorsicht geboten
Die angekündigte Schließung von XPro sollte nicht als „geordneter, strategischer Prozess“ verstanden werden, sondern als ernstzunehmendes Warnsignal. Betroffene müssen damit rechnen, dass Ansprüche ohne rasches Handeln verloren gehen oder schwerer durchsetzbar werden.
Empfehlungen:
- Auszahlungen umgehend beantragen und lückenlos dokumentieren
- Schriftliche Nachweise sichern (Verträge, AGB-Stände, Transaktions-IDs, Kommunikation)
- Keine weiteren Zahlungen leisten
Wir sehen hierin ein weiteres Beispiel für das „Phoenix-Modell“: Alte Strukturen werden geschlossen, Anschluss-Modelle positioniert, während Verantwortlichkeiten unklar bleiben und Gelder im Risiko stehen.
Hinweis / Rechtliches: Dieser Beitrag stellt eine journalistische Analyse dar. Er enthält sowohl überprüfbare Tatsachenangaben (mit Quellen) als auch Wertungen im Sinne von Meinungsäußerungen gemäß Art. 5 GG / Art. 10 EMRK. Alle Einschätzungen beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen und eigenen Recherchen (Stand: 29.09.2025). Betroffene Unternehmen haben die Möglichkeit zur Stellungnahme und Gegendarstellung.
Quellen / Stand:
Warnmeldungen europäischer Finanzaufsichten zu MLM-/Krypto-Strukturen, z. B.:
- FINMA Schweiz: Warnungen zu nicht bewilligten Finanzdienstleistern (finma.ch, Stand 2024/2025)
- FMA Österreich: Investorenwarnungen zu Krypto-Plattformen (fma.gv.at, Stand 2024/2025)
- BaFin Deutschland: Verbraucherwarnungen zu unerlaubtem Kryptohandel (bafin.de, Stand 2025)
Chat-Auszüge: XPro-Support





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