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BECM Insights – Warum wir einen anderen Ansatz wählen

13. Juli 2026

Ein persönliches Statement von Ben Ecker, CEO der BE Conflict Management

Als CEO der BE Conflict Management werde ich regelmäßig gefragt, warum wir in vielen Bereichen bewusst anders arbeiten als klassische Rechtsanwaltskanzleien oder andere Dienstleister. Die Antwort darauf ist einfach: Weil unsere Tätigkeit, unsere Verantwortung und unser internationales Arbeitsumfeld mit einem klassischen Einzelmandat nicht vergleichbar sind.

Dieses Statement beschreibt die Grundsätze, nach denen die BE Conflict Management arbeitet. Es richtet sich an bestehende und zukünftige Kunden gleichermaßen und bildet die Grundlage unseres Verständnisses einer professionellen Zusammenarbeit.

Vorweg möchten wir eines klarstellen: Die überwiegende Mehrheit unserer derzeit mehr als 3.000 aktiven Kunden begegnet uns mit Vertrauen, Geduld und Respekt. Dafür sind wir sehr dankbar. Dieser Kommentar richtet sich ausdrücklich nicht an diese Menschen. Diejenigen, die gemeint sind, werden es ohnehin erkennen.

BE Conflict Management ist keine Rechtsanwaltskanzlei.

Wir sind kein Inkassounternehmen, verkaufen keine Finanzprodukte und sind kein Recovery-Modell.

Und wir sind auch keine Hotline, deren Aufgabe darin besteht, Kunden durch permanente Kommunikation das Gefühl zu vermitteln, dass ständig etwas passiert.

Trotzdem scheint genau das von einigen erwartet zu werden.

Es werden regelmäßige Statusberichte verlangt. Wöchentliche Updates. Persönliche Telefonate. Antworten auf jede einzelne Nachfrage. Manche glauben offenbar, wir könnten mehrere Tausend Kunden individuell betreuen, als würde jeder von ihnen ein eigenes Anwaltsmandat führen. Dem ist nicht so.

„Seit der Gründung der BE Conflict Management stehen Professionalität, Offenheit und verantwortungsbewusstes Handeln im Mittelpunkt unseres täglichen Handelns.
Mit diesem Statement möchte ich Ihnen erläutern, warum wir bewusst anders arbeiten und weshalb genau diese Arbeitsweise die Grundlage unserer internationalen Tätigkeit bildet. Ich lade Sie herzlich ein, sich Ihr eigenes Bild zu machen.“

Ich frage mich ernsthaft, wie man auf eine solche Vorstellung kommt.

Ein Rechtsanwalt kann selbstverständlich jede Woche telefonieren, Berichte schreiben und seinen Mandanten ausführlich über jeden einzelnen Arbeitsschritt informieren. Genau dafür erhält er aber auch ein entsprechendes Stundenhonorar. Jede E-Mail, jedes Telefonat, jede Besprechung und jedes Schreiben werden vergütet. Das ist ein völlig anderes Geschäftsmodell.

Was dabei offenbar gerne vergessen wird: Unser Gebührenmodell ist bewusst so ausgestaltet, dass internationale Anspruchsdurchsetzungen für möglichst viele Geschädigte überhaupt wirtschaftlich realisierbar werden. Die hierfür anfallenden Gebühren liegen regelmäßig deutlich unter den Kosten eines vergleichbaren internationalen Einzelmandats bei einer spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei. Gleichzeitig erwarten manche jedoch dieselbe persönliche Betreuung, denselben Kommunikationsumfang und dieselbe permanente Erreichbarkeit. Diese Rechnung kann schlicht nicht aufgehen. Hinzu kommt ein weiterer entscheidender Unterschied.

Die Verfahren, mit denen wir uns beschäftigen, enden nicht an einer Landesgrenze. Ganz im Gegenteil. Die von uns bearbeiteten MLM- und Investmentfälle betreffen regelmäßig zahlreiche Länder, unterschiedliche Rechtsordnungen, verschiedene Behörden, Insolvenzverfahren, Strafverfahren sowie internationale Vermögens- und Unternehmensstrukturen. Genau deshalb arbeiten wir mit externen Spezialisten und Partnerkanzleien in unterschiedlichen Jurisdiktionen zusammen und koordinieren deren Zusammenarbeit.

Ein einzelner Rechtsanwalt stößt hier häufig bereits an den Grenzen seiner nationalen Zulassung und seines Tätigkeitsbereiches.

Genau deshalb gibt es unser Modell.

Wir koordinieren internationale Verfahren, bündeln gleichgelagerte Ansprüche aus zahlreichen Ländern, bereiten Sachverhalte auf, organisieren Informationen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass internationale Verfahren überhaupt wirtschaftlich sinnvoll geführt werden können.

Unsere Mitarbeiter sollen Fälle bearbeiten, nicht Beschäftigung vortäuschen oder inhaltsleere Statusberichte verfassen. Auch nicht ihre Arbeitszeit damit verbringen E-Mails oder Nachrichten über die sozialen Medien zu beantworten, deren Inhalt am Ende nichts anderes wäre als: „Es gibt derzeit keine neue Entwicklung.“

Wenn es nichts Neues gibt, dann gibt es nichts Neues. Punkt.

Wir werden ganz sicher keine Mitteilungen veröffentlichen, nur damit der Eindruck entsteht, dass ständig etwas passiert. Genau diese Form der Kommunikation kennen viele aus der MLM-Welt. Dort lebt man von Ankündigungen, Motivation, künstlicher Dynamik und permanentem Aktionismus. Wir nicht.

Vielleicht liegt genau hier das eigentliche Problem.

Wir haben zunehmend den Eindruck, dass manche den sogenannten „MLM-Modus“ nie wirklich verlassen haben. Dort wurde man über Jahre hinweg daran gewöhnt, ständig beschäftigt zu werden. Es gab laufend Präsentationen, Zoom-Meetings, Motivationsveranstaltungen, Erfolgsmeldungen und Ankündigungen. Aktivität wurde mit Fortschritt verwechselt. Diese Erwartung wird nun vielfach auf uns übertragen und dieses Spiel werden wir nicht mitspielen.

Hinzu kommt etwas, das offenbar ebenfalls unterschätzt wird. Unsere Verfahren finden nicht im luftleeren Raum statt. Die Gegenseite liest mit. Veröffentlichungen werden ausgewertet. Es wird versucht, über Dritte an Informationen zu gelangen und Fake-Kunden vorgeschoben. Bestehende Kunden werden kontaktiert, um interne Informationen über unsere Arbeitsweise oder den Stand einzelner Verfahren zu erhalten.

Wer ernsthaft erwartet, dass wir unter diesen Umständen jeden einzelnen Zwischenschritt öffentlich kommentieren oder unsere strategischen Überlegungen laufend offenlegen, hat die Sensibilität unserer Arbeit nicht verstanden. Diskretion ist nun mal in unserem Tätigkeitsbereich kein Selbstzweck. Sie ist oftmals eine Voraussetzung für den Erfolg.

Und dann gibt es noch einen Punkt, der uns zunehmend ärgert.

Immer häufiger erreichen uns Nachrichten über soziale Medien von Personen, die sich nicht einmal die Mühe machen, sich ordentlich vorzustellen oder eindeutig zu erkennen zu geben. Da schreibt jemand unter einem Nickname oder lediglich mit einem Vornamen kryptische Nachrichten wie:

„Hey, was geht?“, „Wie sieht’s aus?“, „Hoppa, hoppa – mach mal eine Ansage.“,

Ganz offen gefragt: Sind wir auf einem Volksfest, schreiben Sie Ihren Steuerberater, Notar, Rechtsanwalt oder einen Geschäftspartner ebenso an, mit dem Sie einen Vertrag geschlossen haben? Wir bezweifeln das.

Deshalb sagen wir ebenso offen: Auf derartige Nachrichten werden wir auch künftig nicht reagieren.

Wer mit uns kommunizieren möchte, darf erwarten, ernst genommen zu werden.

Aus diesem Grund ist in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen unter Ziffer 10.7 ausdrücklich geregelt, dass die Beantwortung allgemeiner Anfragen, laufende Statusberichte oder eine individuelle Betreuung über den vereinbarten Leistungsumfang hinaus nicht Bestandteil unserer Vereinbarung sind.

Unsere Kunden haben einen berechtigten Anspruch darauf, dass wir die vereinbarten Leistungen ordnungsgemäß und professionell erbringen. Genauso haben wir jedoch einen Anspruch darauf, dass die von beiden Seiten geschlossene Vereinbarung eingehalten und respektiert wird

Umgekehrt erwarten wir jedoch ebenfalls ein Mindestmaß an Professionalität, Höflichkeit und Respekt. Dazu gehört, sich mit seinem Namen vorzustellen, sein Anliegen nachvollziehbar zu formulieren und zu akzeptieren, dass nicht jede Frage sofort beantwortet werden kann.

Respekt ist keine Einbahnstraße. Wir schulden niemandem tägliche Wasserstandsmeldungen, künstliche Erfolgsmeldungen oder Beschäftigungstherapie.

Wir schulden unseren Kunden jedoch Professionalität, Integrität und den verantwortungsvollen Einsatz der uns zur Verfügung stehenden Ressourcen. Deshalb investieren wir unsere Zeit dort, wo sie den größten Nutzen bringt: In die Bearbeitung der Fälle. Nicht in Mitteilungen ohne inhaltlichen Mehrwert, künstlichen Aktionismus und nicht in Kommunikation um der Kommunikation willen.

Wer unsere Arbeitsweise versteht, wird nachvollziehen können, warum wir bewusst einen anderen Weg gewählt haben.

Wer hingegen erwartet, dass wir mehrere Tausend Menschen so betreuen wie eine Rechtsanwaltskanzlei zwanzig Einzelmandate, wird mit unserem Modell wahrscheinlich nie zufrieden sein. Und das ist völlig in Ordnung.

Nicht jede Dienstleistung passt zu jedem Menschen.

Wir werden unsere Arbeitsweise jedenfalls nicht an unrealistische Erwartungen anpassen.

Wir haben uns nie als „Recovery-Programm“ verstanden und ein solches auch niemals angeboten. Unser Modell war von Anfang an ein strukturiertes Zessions- und Koordinationsverfahren. Wer beides miteinander verwechselt, beurteilt unsere Arbeit nach den falschen Maßstäben. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb unsere Arbeitsweise bis heute von einigen missverstanden wird.

Abschließender Hinweis

Transparenz und Nachvollziehbarkeit gehören seit der Gründung der BE Conflict Management zu unserem Selbstverständnis. Unsere Arbeitsweise, unsere Unternehmensphilosophie und die Grenzen unseres Leistungsumfangs haben wir daher nie verborgen, sondern von Anfang an offen kommuniziert.

Bereits am 20. April 2022 haben wir in unserem Beitrag „Q&A – BE Conflict Management mit Ben Ecker, CEO“ ausführlich erläutert, wer wir sind, wie wir arbeiten, ebenso wichtig, was wir bewusst nicht sind. Dort haben wir bereits erklärt, warum wir keine klassische Rechtsanwaltskanzlei sind, weshalb wir internationale Verfahren koordinieren, warum unsere Kommunikation bewusst strukturiert erfolgt und weshalb wir weder Erfolgsgarantien noch unrealistische Versprechen abgeben.

An diesen Grundsätzen hat sich bis heute nichts geändert.

Dieses Statement soll daher keine neue Erläuterung unserer Arbeitsweise sein, sondern unsere seit Jahren gelebte Unternehmensphilosophie nochmals klar und unmissverständlich zusammenfassen. Gerade in einem internationalen und sensiblen Tätigkeitsfeld halten wir Offenheit über unsere Arbeitsweise für selbstverständlich. Gleichzeitig erwarten wir, dass unsere Tätigkeit nach den Maßstäben beurteilt wird, die wir tatsächlich vertreten und nicht nach den Erwartungen an eine klassische Rechtsanwaltskanzlei oder ein sogenanntes „Recovery-Programm“, als das wir uns zu keinem Zeitpunkt verstanden oder präsentiert haben.

Wer sich ein umfassendes Bild über unsere Arbeitsweise machen möchte, dem empfehlen wir ergänzend unseren bereits im Jahr 2022 veröffentlichten Beitrag:

Q & A – BE Conflict Management mit Ben Ecker, CEO – BE CONFLICT MANAGEMENT

Ben Ecker
CEO – BE Conflict Management

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