Blocktrade-Eigentümer in Liquidation – der Umgang mit Nutzern ist beschämend und erinnert an den Fake-Börsengang von myWorld
Kommentar von Ben Ecker
„Mal ehrlich: Wie die Blocktrade S.A. und deren Verantwortliche mit den Nutzern umgehen, dagegen ist tägliche Inkontinenz ein wahrer Segen.“
Blocktrade wirbt mit Zukunft, doch die Gegenwart sieht düster aus. Mit dem Beschluss zur Auflösung vom 22. November 2024 befindet sich diese AG in Liquidation. Dies ist der Auftakt zu einer Reihe von Artikeln über Ereignisse, die jeder Nutzer von Blocktrade kennen sollte.
Der Eigentümer ist in Liquidation, der Börsengang eine Fata Morgana, und die Kontrolle über die Plattform liegt bei einer Person, die wohl kaum jemand der Nutzer kennt: Anja Monika Frauwallner, Liquidatorin der aufgelösten Web3 Investco AG. Offiziell ist sie nun die Einzige, die über die Blocktrade-Anteile verfügen darf, nicht CEO Sam Tan, nicht ein Verwaltungsrat, nicht ein angebliches „Investorenteam aus Estland.
Ein Börsengang wurde mehrfach angekündigt, zuletzt sogar mit dem Anspruch, an der NASDAQ notieren zu wollen.
Doch in den Registern der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) findet sich keine einzige Eintragung, kein Antrag, keine Voranmeldung auf eine Notierung oder ein Form-Filing, das Blocktrade S.A. oder deren Ableger betreffen würde.
Wäre der Börsengang tatsächlich in Vorbereitung, müsste spätestens ein Form F-1 oder Form S-1 öffentlich einsehbar sein. Es gibt – nichts.
Angesichts offener Steuerschulden, fehlender IFRS-Abschlüsse und einer Muttergesellschaft in Liquidation ist ein NASDAQ-Listing realistisch ausgeschlossen. Selbst ein kleineres Listing – etwa an einem europäischen Wachstumssegment, wäre nur mit geprüften Finanzberichten, klaren Eigentumsverhältnissen und einer tragfähigen Governance-Struktur möglich. Davon ist Blocktrade weit entfernt.
Die naheliegende Frage lautet daher: Muss es wirklich gleich NASDAQ sein? Oder wäre es nicht ehrlicher, erst einmal Transparenz, Rechtssicherheit und Vertrauen herzustellen, bevor man Anleger mit großen Versprechen einlullt?
Das bekannte Muster
Das Muster ist altbekannt. Ein Börsengang wird angekündigt, Hoffnungen werden geschürt, frisches Geld eingesammelt und kurz darauf folgt der Rückzug, die Auflösung oder ein abruptes Eigentümerwechselspiel.
Was bei myWorld und Lyconet schon funktionierte, scheint sich nun im Krypto-Mantel zu wiederholen: große Worte, kaum Substanz und am Ende ein Netzwerk aus PR, Marketing und rechtlicher Intransparenz.
Während Sam Tan öffentlich von „Wachstum“ und „Visionen“ spricht, befindet sich der Haupteigentümer seit Monaten aufgelöst in einem Schweizer Liquidationsverfahren. Die Frage, wer Blocktrade heute tatsächlich kontrolliert, bleibt unbeantwortet – trotz mehrfacher Nachfragen. Wer das operative Geschäft verantwortet, bleibt ebenso unklar. Und wer am Ende profitiert, wissen wohl nur wenige, ganz sicher aber nicht jene, die den Versprechungen glaubten.
Blocktrade – formal aktiv, faktisch führungslos
Blocktrade S.A. ist formal aktiv, aber faktisch führungslos.
Ohne klare Eigentümerstruktur, testierte Abschlüsse und überprüfbare Corporate Governance ist jede Aussage über einen „geplanten IPO“ reine PR, nichts weiter. Wer in dieser Lage noch von einem Börsengang spricht, täuscht sich oder andere.
Ein Blick nach vorn
Im Zuge dieser Recherchen wurden auch neue, bislang unveröffentlichte Informationen zu Mario Oreggia aufgefunden, dem ehemaligen Lyconet-President 8.3, der im CSSF-Prospekt vom 11. November 2024 ausdrücklich als beteiligte Person genannt wird.
Seine Rolle im Übergang von myWorld- und Lyconet-Strukturen hin zu Blocktrade wirft neue Fragen auf, die wir in einem separaten Beitrag zeitnah veröffentlichen werden. Und da wäre noch ein dubioser Wechsel der Eigentumsverhältnisse bei Blocktrade im Jahr 2024 mit plötzlichen Unternehmensverlegungen.
Fazit
Ein Unternehmen, dessen Haupteigentümer liquidiert wird und dessen angeblicher Börsengang nirgends registriert ist, steht nicht vor dem Durchbruch, sondern vor dem Stillstand. Solange Blocktrade keine klaren Eigentümer benennt, keine testierten Abschlüsse vorlegt und keine regulatorischen Nachweise für ein Listing erbringt, ist der Traum von der NASDAQ nicht mehr als ein Marketingmärchen.
Ihr Ben Ecker
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein Kommentar und spiegelt die Meinung der Redaktion wider. Er enthält wertende Einschätzungen im Sinne von Art. 5 GG und Art. 10 EMRK. Es handelt sich nicht um eine rechtliche oder amtliche Bewertung. Betroffene können eine Gegendarstellung einreichen.





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