Vom Lyconet-President zum Vermittler – Mario Oreggia und der rätselhafte Verkauf von Blocktrade
Lyconet/myWorld-President 8.3 Mario Oreggia beim Verkauf von Blocktrade, was er in seinen Online-Calls nicht erzählt hat und warum die recherchierten Informationen ein ganz anderes Bild zeichnen. Unsere Anfragen dazu blieben bislang unbeantwortet.
Mario Oreggia war langjähriger Top-Leader („President“) im Lyconet-Netzwerk, mit direktem Zugang zur Führungsebene rund um Hubert Freidl.
Er galt als eine der zentralen Führungspersonen der italienischen Struktur und war in verschiedenen Ländern am Aufbau des „Shopping-Community“-Netzwerks beteiligt.
Öffentlich trat er nicht als Manager, sondern als netzwerkinterner Promotor auf, also jemand, der intern Marketingpartner schult und Strategien kommuniziert.
Er war eine Schlüsselfigur in der Phase des Übergangs von myWorld-/Lyconet-Strukturen zu Blocktrade.
Im „First Supplement dated 11 November 2024 to the Growth Prospectus“ wird er als eine der beteiligten Personen, Vermittler oder Personen mit potenziellen Interessenkonflikten genannt.
Dieses Dokument beschreibt die frühe Eigentümerstruktur und nennt Oreggia im Zusammenhang mit dem Übergang von Altinvestoren bzw. jenen Personen, die beim Wechsel von myWorld/Lyconet zu den neuen Anteilseignern eine Rolle spielten.
Eigentümerwechsel im Monatstakt
Im Juni 2024 verkauften die bisherigen Anteilseigner – Michael Müller, Mario Oreggia und die Web3 Investco AG – ihre stimmberechtigten A-Aktien an eine estnische Käufergruppe (Indrek Raig, Reet Romet, USW OÜ und HB Holdings OÜ).
Doch der Deal hielt nicht lange: Bereits im Juli 2024 zogen die Käufer zurück, die Aktien gingen an die Verkäuferseite zurück.
Wenige Wochen später übernahm schließlich die in Singapur ansässige FSR Group Pte Ltd, die zu 100 % im Eigentum von Su-Leng Tan Lee steht.
Für Kunden, die auf Beständigkeit vertrauen, wirkt dieser Eigentümer-Pingpong eher wie eine hektische Flucht nach vorn.
V
Von Estland nach Slowenien – regulatorischer Spagat
Die estnische VASP-Lizenz wurde im November 2024 zurückgegeben.
Seither verweist Blocktrade auf eine slowenische Niederlassung („BlocktradeOperations OÜ, podružnica v Sloveniji“, Reg. Nr. 9204911000). Operativ tätig bleibt jedoch die estnische Tochter BlocktradeOperations OÜ, die laut Inforegister mit über 280 000 € Steuerschulden in der Schuldnerliste steht.
Jahresabschlüsse für 2023 und 2024 wurden nicht eingereicht, trotz öffentlicher Werbung mit Expansions- und Nasdaq-Plänen.
Verkaufserlös und Intransparenz
Bei einem Share-Deal fließt der Kaufpreis nicht in die Bücher der gekauften Gesellschaft, sondern an die Verkäufer. Wenn die verkaufsbeteiligte Gesellschaft keine testierten Abschlüsse mehr veröffentlicht oder gar in Liquidation geht, bleiben Zahlungsflüsse für Dritte nicht nachvollziehbar.
Solche Konstruktionen mit Zwischengesellschaften, Darlehensrückzahlungen, Beratungshonorare, Lizenzverträge können den tatsächlichen Verkaufserlös verschleiern.
Das Ergebnis ist ein Informationsvakuum, in dem Investoren und Gläubiger keine klaren Zahlungsströme sehen und Behörden erst über Liquidatoren oder Gerichte Einsicht erzwingen können.
Kommunikation und Wirklichkeit klaffen auseinander
Für Anleger und Nutzer bleibt der Eindruck zurück, dass offizielle Verlautbarungen und interne Realität kaum übereinstimmen. Statt Klarheit über die wahren Verhältnisse zu schaffen, dominieren PR-Botschaften von Wachstum und Innovation, während im Hintergrund grundlegende rechtliche und finanzielle Probleme ungelöst bleiben.
Hinweis:
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Beschwerden von Investoren und einer offiziellen Presseanfragen. Es handelt sich um eine journalistische Analyse. Alle Aussagen über rechtliche Risiken oder mögliche Vertragskonstellationen sind als Einschätzungen zu verstehen, nicht als abschließende Rechtsberatung.
Quellen:
CSSF Luxembourg, First Supplement to Growth Prospectus 11. 11. 2024 | Luxemburgisches RCS B 248375 | Estonian Inforegister, Abruf 10. 10. 2025 | Eigenrecherchen und öffentliche Unterlagen 2024–2025






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