CONNECT-Modell: Zwischen „Hub“ und Wiederholung ins Risiko?
CONNECT (connect.ac) bewirbt sich als „privater Hub“ für Krypto- und DeFi-Dienste. Dahinter stehen Anbieter wie WADZ, BXpay, NodeK oder Centtura – und eine Rhetorik, die auffällig an Safir, Zeniq, XPro und Homnifi erinnert. Für Anleger aus der EU stellen sich rechtliche und verbraucherschutzrechtliche Fragen.
Ein neuer Name, alte Bekannte
Die Plattform CONNECT (connect.ac) beschreibt sich selbst als Referral-Hub und listet „Trusted Providers“ wie WADZ, BXpay, NodeK oder Centtura. In den FAQ grenzt CONNECT sein Referral-Modell ausdrücklich von klassischen MLM-Mechaniken ab („keine Binary Trees, keine forced purchases“). Gleichzeitig basiert das Geschäftsmodell auf einem Referral-System, bei dem Einladungen belohnt werden.
Für kritische Beobachter erinnert das an bekannte Strukturen: Safir, Zeniq, XPro und Homnifi arbeiteten mit ähnlichen Narrativen, bis Aufsichtsbehörden wie die FMA Neuseeland und die ASIC Australien einschritten.
WADZ: Lizenzen, 50/50-Pools und „Recovery Program“
WADZ setzt für die Teilnahme Lizenzen voraus. Einzahlungen werden laut den offiziellen WADZ-Dokumenten automatisch zu 50 % in ETH getauscht und als ETH/USDC-LP auf Uniswap bereitgestellt; Erträge speisen sich aus Pool-Gebühren. Die Lizenzstaffeln reichen bis zu einem Profit-Split von 70/30 (ULTRA) und sind meist auf 3× Ertrags-Cap begrenzt.
Besonders heikel ist das „Recovery Program“: Es richtet sich an Nutzer früherer Communities oder gescheiterter DeFi-Projekte und erlaubt die Konvertierung bestimmter Legacy-Token (u. a. Homnifi-Promo, T-Balance, Journey Bridge) in eine nicht übertragbare WADZ-Balance, häufig unter einer separaten „Recovery License“. Eine generelle Einstufung aller Homnifi-Token als Altlast lässt sich den WADZ-Docs dagegen nicht entnehmen.
NodeK und BXpay: Wiederkehrende Motive
Neben WADZ taucht NodeK auf, ein Angebot für „hardwaregestütztes Minting“. Technische Beschreibungen sprechen von einer Kopplung physischer Geräte mit Token-Rewards – eine Rhetorik, die bereits aus der Safir-/Zeniq-Zeit bekannt ist.
BXpay positioniert sich als Payment-Anbieter mit Account-to-Account-Zahlungen und niedrigen fixen Gebühren (Anbieter: BankXcellerator ApS, Dänemark). Auffällig ist die Namensähnlichkeit zu „B2Pay“, einem Anbieter, der in der FMA-Warnung zu XPro ausdrücklich genannt wurde.
Rechtliche Grauzone und mögliche Verstöße
Für Anleger in der EU stellt sich die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Angebote:
- Lizenzpflicht: Modelle mit Lizenzgebühren, Profit-Sharing und automatisierten Pools können unter das KWG (Deutschland), das BWG (Österreich) oder die kommende MiCA-Verordnung fallen. Ohne Zulassung dürften solche Angebote in der EU nicht legal betrieben werden.
- Verbraucherschutz: Die gezielte Ansprache von bereits geschädigten Anlegern über ein „Recovery Program“ kann als Ausnutzung einer besonderen Lage (§ 4a UWG) gewertet werden – je nach Einzelfall.
- Irreführung: Marketingaussagen wie „transparent“, „fair“ oder „kein MLM“ verschweigen die wirtschaftliche Realität: Nutzer tragen weiterhin Risiken wie Smart-Contract-Fehler, Impermanent Loss und Lizenzkosten, die bei klassischen DeFi-Plattformen nicht existieren.
Wiederholung eines bekannten Musters
Der Blick auf Safir, Zeniq, XPro und Homnifi zeigt Parallelen: Lizenzgebühren, Referral-Mechaniken, technische Buzzwords und eine Vermarktung als „innovatives Ökosystem“. CONNECT präsentiert sich nun als „Hub“, der diese Mechaniken unter neuem Namen bündelt.
Dass ausgerechnet Anbieter auftreten, die bereits in kritischen Berichten oder behördlichen Warnungen genannt wurden, wirft Fragen nach Kontinuität und Verantwortlichkeit auf.
Fazit
CONNECT bietet sich als Eintrittstor zu Projekten wie WADZ, BXpay und NodeK an. Die Strukturen sind professioneller aufgemacht als bei früheren MLM-Versprechen, die Risiken bleiben jedoch dieselben: Einstiegshürden durch Lizenzen, psychologische Ansprache früherer Geschädigter, fehlende Regulierung und intransparente Ertragsmodelle.
Für Anleger gilt: Wer schon einmal Geld bei Safir, Zeniq, XPro oder Homnifi verloren hat, sollte CONNECT mit größter Vorsicht begegnen. Nach derzeitiger Faktenlage ist fraglich, ob das Modell in der EU überhaupt legal betrieben werden darf. Ob dies der Fall ist wird derzeit geprüft.
Hinweis
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Beschwerden von Investoren und einer offiziellen Presseanfrage. Es handelt sich um eine journalistische Analyse. Alle Aussagen über rechtliche Risiken oder mögliche Vertragskonstellationen sind als Einschätzungen zu verstehen, nicht als abschließende Rechtsberatung. Betroffene sollten im Zweifel anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen.
Quellen (Stand/Abruf 18.09.2025)
- CONNECT (connect.ac), „Trusted Providers“ und FAQ, Anbieter: Austen Integrated Systems, One by Omniyat, Business Bay – Dubai. Online: https://connect.ac
- WADZ Docs (GitBook), Concept & Mission, Participation & Setup (50 % USDC/50 % ETH, Uniswap-Pool). Online: https://wadz.gitbook.io/wadz-docs
- WADZ Docs (GitBook), License & Fees (Profit-Share bis 70/30, Earn-Cap 3×). Online: https://wadz.gitbook.io/wadz-docs
- WADZ Docs (GitBook), Recovery Program (z. B. Homnifi-Promo, T-Balance, Journey Bridge; Recovery License). Online: https://wadz.gitbook.io/wadz-docs
- Financial Markets Authority (FMA) New Zealand, Investor Warning: XPro and associated providers (Shiiro Academy, B2Pay, Homnifi), 09.05.2025. Online: https://www.fma.govt.nz
- Australian Securities and Investments Commission (ASIC) / MoneySmart, Investor Alert List – Eintrag zu Homnifi. Online: https://moneysmart.gov.au/check-and-report-scams/investor-alert-list
- LayerK Docs (GitBook), NodeK 1.0 Minting – Beschreibung hardwaregestützter Token-Minting-Mechanismen. Online: https://layerk.gitbook.io
- Homnifi Docs (GitBook), Understanding NodeK. Online: https://homnifi.gitbook.io
- BXpay (bxpay.online), Website – Anbieter BankXcellerator ApS, Account-to-Account-Payments. Online: https://bxpay.online





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