Copper.One: Viel Marketing, wenig Nachweise!
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und Inflationsängsten suchen viele Anleger nach sogenannten „sicheren Häfen“. Kupfer, ein weltweit gefragter Rohstoff mit industrieller Relevanz, scheint dafür prädestiniert. Genau hier setzt das Projekt Copper.One an – mit einem Versprechen, das zunehmend kritische Fragen aufwirft: Kupfer soll über eine Blockchain tokenisiert und dadurch digital handelbar gemacht werden. Doch hinter der Hochglanzfassade regt sich Zweifel: Wie belastbar ist ein Investment, bei dem der Rohstoff selbst kaum greifbar ist?
Versprechen ohne belastbare Nachweise?
Das Konzept klingt modern: Anleger kaufen Token, die durch physisch vorhandenes Kupfer gedeckt sein sollen. Diese Form der Tokenisierung soll Kupferinvestments demokratisieren und neue Märkte erschließen. Doch trotz umfangreicher Ankündigungen fehlt bislang ein entscheidendes Detail: konkrete Nachweise zur Lagerung, Bewertung und zu den Besitzverhältnissen des Kupfers.
Bislang liegen weder öffentlich einsehbare Audit-Berichte vor noch klare Angaben zu Lagerorten oder zur rechtlichen Ausgestaltung der Hinterlegung. Selbst auf konkrete Anfragen reagierten Vertreter von Copper.One bislang ausweichend. In einem Markt, der stark von Vertrauen lebt, ist dies ein gravierender Mangel.
Alte Namen, neue Plattform
Zusätzliche Skepsis weckt das Personal hinter dem Projekt: Mehrere Akteure waren zuvor an Projekten wie ZENIQ, AVINOC oder GSPartners beteiligt. Diese Plattformen traten mit ambitionierten Blockchain-Visionen an, gerieten später jedoch teils wegen mangelnder Transparenz, regulatorischer Konflikte oder starker Kursverluste in die Kritik.
So wird Swen Völkl-Schild, laut Eventmaterialien mitverantwortlich für Copper.One, als früherer Akteur bei ZENIQ und AVINOC genannt. Auch dort standen Rohstoffbezug und Tokenisierung im Vordergrund; Anleger mussten jedoch erhebliche Wertverluste hinnehmen. Ein unmittelbarer Vergleich bleibt zwar spekulativ, die Parallelen sind jedoch augenfällig.
Struktur mit Vertriebsrisiken?
Auch das Geschäftsmodell von Copper.One wirft Fragen auf. Genutzt wird ein Empfehlungs- und Vertriebsmodell, das klassischen Multi-Level-Marketing-Strukturen (MLM) ähnelt. Der wirtschaftliche Anreiz scheint dabei weniger im realen Kupferhandel zu liegen als in der Gewinnung neuer Anleger. Solche Mechanismen haben bei ähnlichen Projekten in der Vergangenheit bereits zu Vorwürfen geführt, wonach Systeme mit Ponzi-ähnlichen Risiken entstehen könnten.
So warnt etwa die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) regelmäßig vor Token-Angeboten, bei denen kein klarer Bezug zu einem regulierten Rohstoffmarkt nachvollziehbar ist. Ein Token allein stellt keinen Sachwert dar – darauf sollten insbesondere private Anleger achten.
Marketing ersetzt keine Substanz
Bislang vermittelt Copper.One vor allem mediale Präsenz: Launch-Events mit prominenten Szenevertretern, aufwendig produzierte Videos und intensive Social-Media-Kampagnen. Was jedoch bislang fehlt, sind wesentliche Grundlagen für eine belastbare Anlageentscheidung: ein detailliertes und geprüftes Whitepaper, ein Wirtschaftsprüferbericht, nachvollziehbare Nachweise über physisch existierendes Kupfer – kurzum: alles, was ein substanzbasiertes Investment von einem rein marketinggetriebenen Produkt unterscheidet.
Fazit: Kupfer als Kulisse?
Copper.One nutzt die hohe Reputation des Rohstoffs Kupfer, um ein System zu bewerben, das derzeit in wesentlichen Aspekten nicht transparent überprüfbar ist. Anlegern wird der Eindruck einer wertgesicherten Anlage vermittelt – tatsächlich bleibt bislang unklar, ob und in welchem Umfang reale Werte diesem System zugrunde liegen. Wer hier investiert, sollte sich bewusst sein: Nicht der Rohstoff steht im Mittelpunkt, sondern derzeit primär die Erwartung an ein System, dessen Fundament noch offenzulegen wäre.
Hinweis: Und wie immer gilt, die Betroffenen können sich gerne dazu äußern, oder wenn jemand mehr oder andere Informationen dazu hat, kann er sie uns gerne mitteilen. Wir sind nicht daran interessiert, falsche Behauptungen aufzustellen und unser vorrangiges Ziel bleibt die Bereitstellung einer vollständigen Dokumentation.
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Quellen und Hinweise:
- FINMA Warnliste & Tokenisierung:
→ https://www.finma.ch/de/aufsicht/fintech/tokenisierung/
→ Sie warnt regelmäßig vor nicht regulierten Token-Projekten. - ZENIQ & AVINOC Analyse (Blog oder Watchdog-Plattformen):
→ www.blockchain-wiki.de
→ Enthält zahlreiche Artikel zu früheren Projekten mit Beteiligung relevanter Personen. - Copper.One Projektseite (zur Gegenüberstellung):
→ https://copper.one
→ Offizielle Aussagen und Eventvideos für kritische Gegenüberstellung. - Studien zur rechtlichen Lage bei tokenisierten Rohstoffen:
→ z. B. Fraunhofer-Institut: „Tokenisierung physischer Assets – Chancen und Risiken“





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