Lyoness: Festnahme in Madrid – Ermittlungen wegen 52-Millionen-Betrugs richten sich gegen Konzernspitze
Madrid, 1. August 2025 – Die spanische Polizei hat in Madrid den mutmaßlichen Hauptverantwortlichen von Lyoness Spanien festgenommen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Über ein undurchsichtiges Bonus- und Empfehlungsprogramm sollen mehr als 800 Personen um über fünf Millionen Euro geschädigt worden sein. Das zugrundeliegende Geschäftsmodell trage laut Ermittlern alle Merkmale eines klassischen Schneeballsystems.
Systematischer Betrug mit Einkaufsvorteilen?
Die Ermittlungen zeichnen ein erschütterndes Bild: Zwischen 2011 und 2023 wurden hunderte Personen dazu bewegt, mit Einmalzahlungen von 2.000 Euro oder monatlichen Beiträgen zwischen 99 und 399 Euro in ein angebliches Treue- und Empfehlungsnetzwerk zu investieren. Versprochen wurden Rabatte, passives Einkommen und eine lukrative „Teilhaberschaft“. Geliefert wurde offenbar wenig oder nichts.
„Die Ziele, die Teilnehmer erreichen mussten, waren realistisch kaum umsetzbar“, zitiert TeleMadrid die spanische Polizei. Wer diese Hürden nicht schaffte, sah weder Boni noch Rückzahlungen und stand vor einer Mauer aus Intransparenz.
Beantragte Vorladungen gegen zentrale Figuren
Laut Angaben der spanischen Nationalpolizei (UDEF) wird Lyoness nicht mehr nur als regionaler Fall betrachtet. Nach uns vorliegenden Informationen wurden Vorladungen gegen mehrere zentrale Führungspersonen des internationalen Netzwerks beantragt, darunter:
- Hubert F. – Gründer und Hauptverantwortlicher der globalen Lyoness- und Lyconet-Strukturen,
- Mario K.,
- Marco S.,
- Monika M.
Dass die Ermittlungen auf diese Namen abzielen, erklärt sich auf die länderübergreifende Struktur des Systems.
Lyoness: Ein alter Bekannter der Justiz
Lyoness – heute auch unter Lyconet und myWorld bekannt – ist in mehreren europäischen Ländern seit Jahren Gegenstand regulatorischer Verfahren. In Norwegen wurde das System 2018 als illegales Pyramidensystem eingestuft und gerichtlich untersagt.
Die aktuellen Entwicklungen aus Spanien könnten nun auch indirekten Einfluss auf das kurz vor Abschluss stehende Ermittlungsverfahren bei der österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Österreich sein. Denn mit den konkreten Ermittlungen, Beweismitteln und Vorladungen rückt erstmals auch die internationale Verantwortungsebene noch weiter ins juristische Visier.
Über 50 Millionen Euro illegal alleine in Spanien erwirtschaftet
Der wirtschaftliche Gesamtschaden ist laut Ermittlungsakten nur die Spitze des Eisbergs. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass Lyoness Spanien durch das System mehr als 52 Millionen Euro illegal erwirtschaftet hat. Der Großteil dieses Betrags sei aus Einzahlungen neuer Mitglieder und Kleinanleger generiert worden, das klassische Prinzip eines Schneeballsystems.
Fazit: Lyoness in der internationale Aufarbeitung
Mit der Festnahme in Madrid und den beantragten Vorladungen gegen zentrale Führungspersonen ist klar: Die spanische Justiz nimmt nicht nur lokale Vertriebspartner, sondern die gesamte Struktur hinter der Marke Lyoness ins Visier.
Ob daraus eine internationale strafrechtliche Aufarbeitung wird, hängt nun auch von den Reaktionen in Österreich, Deutschland und der Schweiz ab, Ländern, in denen Lyoness heute auch unter Lyconet und myWorld bekannt, seit Jahren aktiv.
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TeleMadrid – Verhaftung in Madrid
- Titel: „Detienen en Madrid al representante de una sociedad que estafó cinco millones de euros a más de 800 personas“
- Quelle: telemadrid.es
El País – Nationale Ermittlungen gegen Lyoness
- Titel: „Detenido el representante en España de Lyoness, una multinacional acusada de una estafa piramidal“
- Quelle: elpais.com
Europapress – Spanische Polizei informiert über UDEF-Ermittlungen
- „La Policía detiene en Madrid a un responsable de una red piramidal con más de 800 víctimas“
- Quelle: europapress.es
Lottstift Norwegen – Einstufung von Lyoness als illegales Pyramidensystem
- Titel: „Lyoness must stop illegal pyramid activity in Norway“
- Quelle: lottstift.no













¡Finalmente!
Endlich traut sich eine staatliche Behörde gegen diese Betrügergang vorzugehen. Leider war die österreichische Staatsanwaltschaft dazu bis heute entweder nicht imstande oder sie war einfach feige und inkompetent. Freidl und Konsorten gehören schon seit langer Zeit hinter Schloss und Riegel!!!