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Der Showdown um Apertum: Was Josip Heit & Co im texanischen Verfahren erwartet

4. Juni 2025

Als die Texas State Securities Board (TSSB) am 20. März 2025 eine Notverfügung gegen Josip Heit, die Apertum Foundation sowie mehrere weitere Personen aus dessen Umfeld veröffentlichte, war klar: Die texanischen Behörden sahen dringenden Handlungsbedarf. Laut TSSB diente die Maßnahme dem Schutz potenziell betroffener Anleger vor einem Konstrukt, das aus Sicht der Behörde irreführend sein und erheblichen Schaden verursachen könnte.

Wer gehofft hatte, das Verfahren werde zügig abgeschlossen, wurde enttäuscht. In der Folge entwickelte sich ein komplexes juristisches Ringen, geprägt von Anträgen, Terminverlegungen und einer Verteidigungsstrategie, die darauf abzielt, die Mandanten als rechtlich unbeteiligte Akteure darzustellen.

Unsere Recherchen stützen sich unter anderem auf öffentlich zugängliche Dokumente der TSSB und des State Office of Administrative Hearings (SOAH). Sie geben Einblick in ein laufendes Verwaltungsverfahren, das von teils erheblichen Verzögerungen und formalen Auseinandersetzungen geprägt ist.

Behördeneinschätzung: Dringlichkeit zum Schutz der Öffentlichkeit

Nach texanischem Recht wird eine Notverfügung automatisch wirksam, sofern keine Anhörung beantragt oder Einspruch eingelegt wird. Die TSSB erklärte in der Begründung, dass das beanstandete System nach ihrer Einschätzung fortbestehe und ein Risiko für die texanische Öffentlichkeit darstelle. Eine erste Anhörung sollte daher innerhalb von zehn Tagen stattfinden.

Ein Termin für den 8. und 9. April 2025 wurde per Zoom anberaumt. Grundlage war die am 28. März eingereichte „Notice of Hearing“ – ein zentrales Dokument, das die Vorwürfe im Detail aufführt, Beweismittel benennt und Zeugenaussagen ankündigt.

Wenige Tage vor der Anhörung beantragten die Verteidiger eine Verschiebung auf August 2025. Begründung: personelle Wechsel im Anwaltsteam und unzureichende Vorbereitungszeit.

Position der TSSB: Ablehnung und Dringlichkeit

Die TSSB sprach sich klar gegen eine Terminverlegung aus – mit folgenden Argumenten:

  • Die Beteiligten seien frühzeitig über das Verfahren informiert worden.
  • Die späte Beauftragung neuer Anwälte sei eine eigene Entscheidung – kein legitimer Grund für eine Verzögerung.
  • Der Schutz texanischer Anleger habe Vorrang.
  • Es habe bis zum 3. April keinerlei Kommunikation seitens der Verteidigung gegeben.
  • Die Behörde habe bereits umfassende Unterlagen (168 Seiten) eingereicht.

Trotz dieser Einwände wurde dem Antrag auf Terminverlegung teilweise stattgegeben: Die neue Anhörung sollte vom 28. bis 30. Mai 2025 stattfinden – weiterhin virtuell via Zoom.

Neue Anträge: Hybridformat und weitere Verschiebung

Kurz darauf beantragte die Verteidigung eine weitere Verzögerung und zusätzlich eine Änderung des Verhandlungsformats: Statt rein virtuell solle ein hybrides Modell gelten, mit physischer Anwesenheit im Gerichtssaal und digitaler Zuschaltung einzelner Zeugen.

Hintergrund war die Aussage, man wolle zentrale Argumente persönlich vortragen und Zeugen direkter befragen können. Die Verteidigung führte zudem an, dass der federführende Anwalt Avi Perry parallel in einem Verfahren in Florida eingebunden sei; ein weiterer Anwalt, John Bash, habe familiäre Verpflichtungen.

Ergebnis: Die TSSB akzeptierte eine weitere Verschiebung – auf Juni 2025.

Verteidigungsstrategie: Anträge auf Streichung und Einstellung

In einem nächsten Schritt beantragte die Verteidigung die Streichung bzw. Umformulierung einzelner Punkte aus der „Notice of Hearing“. Die Vorwürfe würden nach Ansicht der Verteidigung auf einer fehlerhaften Auslegung des texanischen Wertpapierrechts beruhen. In einer Stellungnahme ließen die Anwälte erklären, dass sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen werden.

Zudem reichten sie einen Antrag auf „Summary Disposition“ ein – also eine Einstellung des Verfahrens ohne Anhörung. Begründung: Selbst bei Unterstellung aller Vorwürfe sei keine rechtliche Grundlage für Maßnahmen erkennbar.

Zudem reichten sie einen Antrag auf „Summary Disposition“ ein – also eine Einstellung des Verfahrens ohne Anhörung. Begründung: Selbst bei Unterstellung aller Vorwürfe sei keine rechtliche Grundlage für Maßnahmen erkennbar.

Zudem reichten sie einen Antrag auf „Summary Disposition“ ein – also eine Einstellung des Verfahrens ohne Anhörung. Begründung: Selbst bei Unterstellung aller Vorwürfe sei keine rechtliche Grundlage für Maßnahmen erkennbar.

Präsenzpflicht? Gericht entscheidet

Ein zentrales Detail war die Frage, ob die Beschuldigten persönlich erscheinen müssen. In einem früheren Schriftstück hieß es zunächst, die Beteiligten „are to attend in person“ – was interpretationsfähig erschien.

Ein Gerichtsbeschluss vom 12. Mai 2025 brachte Klarheit: Die Anhörung vom 2. bis 4. Juni 2025 soll in Präsenz stattfinden. Demnach:

  • müssen alle Parteien und deren Anwälte persönlich erscheinen;
  • Zeugen dürfen per Video zugeschaltet werden.

Die Verteidigung argumentierte jedoch, die Anreise aus dem Ausland sei unzumutbar – mit Hinweis auf Visa-Hürden, Flugzeiten von über 18 Stunden und Zeitverschiebung.

Ob und wie die Anordnung durchgesetzt werden kann, ist bislang offen. Eine explizite Sanktion für Nichterscheinen wird aus den Unterlagen nicht ersichtlich.

Im nächsten Artikel berichten wir, wie sich das Verfahren seitdem weiterentwickelt hat – inklusive neuer Anträge, weiterer Verzögerungen und der Frage, warum ausgerechnet der November zum entscheidenden Monat für Josip Heit werden könnte.
Bleiben Sie dran.

Hinweis:

Alle genannten Personen gelten bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung als unschuldig. Die Informationen in diesem Beitrag beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und dokumentieren den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Der Beitrag dient der journalistischen Information und Meinungsbildung gemäß Artikel 5 GG und § 51 UrhG. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität.

Nennungen von Personen, Unternehmen oder Projekten erfolgen auf Basis überprüfbarer Fakten und klar gekennzeichneter Meinungsäußerungen. Quellen unterliegen dem Schutz redaktioneller Vertraulichkeit und journalistischer Standards.

Quellen:

Order No. ENF-25-CDO-1889 – Emergency Cease and Desist Order

Notice of Hearing: Apertum Foundation and Josip Heit

Josip Heit’s Latest Alleged Fraud Case Set for April 8, 2025

The Apertum Foundation Challenges Texas Regulator’s Misguided Crypto Crusade

Josip Heit ordered to attend Texas Apertum fraud hearing

GSB & Apertum Texas fraud hearing schedules

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