Vom einen Scam in den nächsten? – Skainet und CermakFX im Fokus
Nach dem Zusammenbruch von Skainet Systems ist mit CermakFX rasch ein mutmaßlicher Nachfolger aufgetaucht. Für Anleger stellt sich die Frage: Handelt es sich um einen klassischen Reboot desselben Systems unter neuem Namen? Erste Analysen und offizielle Warnungen zeichnen ein klares Bild.
Skainet Systems: KI-Versprechen ohne Substanz
Skainet Systems warb ab 2024 mit angeblichen KI-gestützten Trading-Bots und einem Multi-Level-Marketing-Ansatz. Anleger sollten über skainetsystems.com hohe Renditen im Forex- und Kryptohandel erzielen. Doch rasch häuften sich Berichte über eingefrorene Konten, fehlende Auszahlungen und den Zwang, weiteres Kapital nachzuschießen.
Die BaFin warnte am 22. Januar 2025 ausdrücklich, dass Skainet, über die Domain skainetsystems.com, Finanzdienstleistungen anbiete, ohne über die nach deutschem Recht erforderliche Erlaubnis zu verfügen. Damit war für Anleger klar: Das Geschäftsmodell bewegt sich außerhalb der legalen Rahmenbedingungen.
CermakFX: Reboot unter neuem Namen
Unmittelbar nach dem Kollaps von Skainet Systems trat CermakFX auf den Plan. Kritische Blogs wie sprachen von einem „Reboot“: Alte Mitglieder sollten ihre Accounts und Strukturen in das neue System überführen.
CermakFX tritt formal als „Cermak LLC“ auf, angeblich lizenziert durch die Mwali International Services Authority (MISA) auf den Komoren. Doch hier liegt der nächste Stolperstein: Die neuseeländische Finanzmarktaufsicht FMA stellte klar, dass MISA überhaupt nicht befugt ist, Finanzinstitute in den Komoren zu regulieren. Eine „Lizenz“ von MISA hat also keinerlei aufsichtsrechtlichen Wert.
Die BaFin nannte Cermak LLC zudem ausdrücklich in ihrer Warnung und verwies auf das Verbot, ohne Erlaubnis in Deutschland Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen zu erbringen. Anlegerberichte auf Trustpilot und einschlägigen Foren bemängeln bis heute nicht funktionierende Auszahlungen.
Wiederkehrende Probleme für Geschädigte
Sowohl bei Skainet Systems als auch bei CermakFX treten dieselben Probleme auf:
- Auszahlungen scheitern oder werden von neuen Einzahlungen abhängig gemacht.
- Verantwortliche bleiben anonym, offizielle Register nennen keine klaren Organe.
- Die vermeintlichen „Lizenzen“ stammen aus Jurisdiktionen ohne internationale Anerkennung.
Fazit
Die Abfolge von Skainet zu CermakFX zeigt ein klares Muster: Sobald ein Projekt zusammenbricht oder unter regulatorischen Druck gerät, taucht der nächste Name auf, mit denselben Versprechen und denselben Risiken. Für Anleger ist höchste Vorsicht geboten.
Ein fundierter Anlegerschutz ist hier nicht erkennbar. Im Gegenteil: Wer investiert, begibt sich in ein Umfeld ohne Regulierung, ohne Transparenz und ohne Rechtsschutz. Behörden wie die BaFin haben bereits gewarnt, Geschädigte sollten diese Hinweise ernst nehmen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse. Er trennt zwischen belegbaren Tatsachen (z. B. Warnmeldungen der Aufsichtsbehörden) und Einschätzungen (Muster, mögliche Verbindungen). Alle Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.
Quellen:
- BaFin: Verbraucherwarnung zu skainetsystems.com / Cermak LLC, 22.01.2025
- FMA (New Zealand): Warnung zu MISA-Lizenzen, 2024
- Trustpilot-Bewertungen zu skainetsystems.com und cermakfx.com, abgerufen 09/2025






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