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IM Mastery Academy (Iyovia) im Visier: FTC-Klage wegen Milliardenschäden

11. Juli 2025

Mit Versprechen vom schnellen Reichtum expandierte die Trading-Akademie in Dutzende Länder. Nun klagt die US-Behörde FTC, und Tausende Anleger bangen um ihr Geld.

„Copy, paste & profit“ – so einfach, so verführerisch. Mit solchen Slogans lockte die IM Mastery Academy, die inzwischen unter dem neuen Namen Iyovia auftritt, jahrelang zahllose junge Menschen in ein Geschäftsmodell, das nach Einschätzung der US-Behörden möglicherweise an der Grenze zum Betrug operiert hat. Die Federal Trade Commission (FTC) in den USA hat am 14. Mai 2025 offiziell Klage eingereicht. Der mögliche Schaden: mehr als 1,24 Milliarden US-Dollar seit 2018.

Gegründet in den USA, präsentierte sich IM Mastery Academy als digitale Bildungsplattform für Trading, Kryptowährungen und E-Commerce. Für knapp 250 US-Dollar Einstiegsgebühr und monatliche Kosten von rund 185 US-Dollar versprach das Unternehmen seinen Mitgliedern den Weg zur finanziellen Freiheit. Herzstück des Angebots waren Online-Module und Live-Sessions, in denen selbsternannte „Educators“ angeblich profitable Strategien im Devisen- und Kryptohandel vermittelten.

Doch hinter den Hochglanz-Versprechen verbirgt sich offenbar eine andere Realität. Laut der FTC-Beschwerde vom Mai 2025 seien viele dieser Coaches weder professionell ausgebildet noch im Trading erfolgreich gewesen. Statt seriöser Finanzbildung habe die Firma ein Netzwerk geschaffen, das seine Mitglieder massiv unter Druck gesetzt habe, immer neue Anleger zu rekrutieren, oft sogar Freunde oder Familienmitglieder – wie in der MLM-Branche nicht selten.

FTC (Federal Trade Commission) Veröffentlichung

Aggressive Rekrutierung, vulnerable Zielgruppen

Besonders perfide: Das Geschäftsmodell soll gezielt auf junge Erwachsene, Minderjährige und People of Color, insbesondere Latinos, abgezielt haben, Gruppen, die oft leichter für die Aussicht auf finanziellen Erfolg zu gewinnen sind. Einige ehemalige Mitglieder berichten online von psychischem Druck, die eigenen Kontakte für die Academy anzuwerben. Für viele endete der Traum vom schnellen Geld in hohen Verlusten, sowohl durch die laufenden Mitgliedsgebühren als auch durch riskante Trading-Entscheidungen, die auf fragwürdigen Empfehlungen basierten.

Die FTC wirft Iyovia Verstöße gegen mehrere US-Gesetze vor, darunter den FTC Act, die Telemarketing Sales Rule (TSR) sowie den Nevada Deceptive Trade Practices Act. Auch irreführende Einkommensversprechen könnten eine zentrale Rolle spielen: „Money in minutes“ oder „Copy, paste & profit“ seien laut der Behörde nicht belegbare Aussagen, die gegen US-Recht verstoßen könnten.

Weltweite Expansion – trotz wachsender Warnungen

Trotz wachsender Kritik expandierte die Academy rasant: IM Mastery/Iyovia war in über einem Dutzend Ländern aktiv, darunter die USA, Kanada, Spanien, Italien, Deutschland, Großbritannien, Afrika sowie weite Teile Lateinamerikas und Südostasiens. In Belgien warnte die Finanzaufsicht FSMA bereits mehrfach vor dem Unternehmen. Auch deutsche Verbraucherschützer sehen in solchen MLM-Strukturen erhebliche Risiken.

Im Mai 2025 verkündete Iyovia überraschend das Aus für alle MLM-Aktivitäten. Künftig wolle man als Direct-to-Consumer (DTC)-Anbieter auftreten und alle Verträge mit selbstständigen Vertriebspartnern beenden. Auf der Firmen-Website heißt es mittlerweile, der Betrieb sei eingestellt – eine Mitteilung, die Kritiker als möglichen Versuch werten, behördlichem Zugriff zu entgehen.

Auszug: Stiftung Warentest, 16.08.2022

Schlüsselfiguren unter Beobachtung

Im Zentrum des Netzes stehen weiterhin Gründer und CEO Chris Terry sowie seine Ehefrau Isis Terry (alias Isis De La Torre). Beide gehörten zu den prägenden Gesichtern des Unternehmens. Ebenso Promoter wie Alex Morton, der laut Schätzungen von Branchenportalen wie BusinessForHome über 76 Millionen Dollar durch die Strukturen von IM Mastery/Iyovia verdient haben soll.

Iyovia weist sämtliche Vorwürfe zurück. In einer Stellungnahme kündigte das Unternehmen an, sich „energisch gegen die neuartigen Behauptungen der Regierung“ zu verteidigen. Man kritisierte zudem, die Klage beruhe auf Aussagen ehemaliger Mitarbeiter, die längst nicht mehr für die Firma tätig seien. Überrascht zeigte sich Iyovia darüber, dass die FTC auch rassistische Diskriminierung in ihrer Klage thematisiert.

Anleger setzen auf rechtliche Aufarbeitung

Während ein möglicher Prozess noch bevorsteht, wächst die Zahl der Geschädigten, die sich für mögliche Sammelklagen organisieren. Die BE Conflict Management Inc. bereitet derzeit eine Klage vor und sammelt Betroffene, die sich möglichen rechtlichen Schritten anschließen möchten. Geschädigte können sich unter [email protected] melden. Für viele Anleger weltweit könnte ein Urteil gegen Iyovia existenzielle Bedeutung haben, nicht nur finanziell, sondern auch im Kampf gegen die oft undurchsichtigen Methoden dubioser Multi-Level-Marketing-Systeme.

Ob Iyovia tatsächlich ein Neuanfang gelingt oder die Namensänderung lediglich ein Versuch bleibt, juristische Konsequenzen abzuwehren, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden. Für die Geschädigten steht viel auf dem Spiel.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information, journalistischen Analyse und unabhängigen Meinungsbildung im Sinne von Artikel 5 des Grundgesetzes sowie § 51 UrhG (Zitatrecht). Sämtliche Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, offiziellen Mitteilungen und sorgfältiger redaktioneller Recherche. Trotz größter Sorgfalt übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der enthaltenen Informationen. 

Die Nennung von Unternehmen, Personen oder Projekten erfolgt auf der Grundlage überprüfbarer Recherchen sowie deutlich als solche gekennzeichneter Meinungsäußerungen. Die Veröffentlichung steht unter dem Schutz der verfassungsrechtlich garantierten Pressefreiheit. Mitwirkende Quellen unterliegen dem redaktionellen Quellenschutz gemäß journalistischer Standards.

Quellen:

  • Federal Trade Commission (FTC), Pressemitteilungen und Verfahren (2025)
  • BusinessForHome.org (Einkommensberichte)
  • Finanzaufsichtsbehörden (z. B. FSMA Belgien, FCA UK)
  • Unternehmenswebseiten und Social-Media-Auftritte von IM Mastery Academy/Iyovia
  • Erfahrungsberichte ehemaliger Mitglieder (Reddit, Quora, Anti-MLM-Foren)
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