Homnifi: Nutzer berichten über fehlenden Zugriff auf fällige Staking-Gelder – und wachsende operative Unklarheiten
Anleger, die nach eigenen Angaben unter Homnifi oder dessen früheren Marken wie WeWe Global, Lyotech Labs oder Kmall investiert haben, berichten derzeit, dass sie nach Plattformwechseln und Rebrandings weiterhin auf ihre fälligen Auszahlungen warten. Einige von ihnen geben an, dass ihre abgelaufenen Staking-Lizenzen nun zur Freigabe anstehen würden und sie die Auszahlung entsprechend den ursprünglichen Vertragsunterlagen erwarten.
Ein Kunde wandte sich kürzlich mit der Frage an uns: „Ist Homnifi ein Betrug?“, nachdem er nach eigener Darstellung keinen Zugriff auf seine fälligen Staking-Gelder herstellen konnte. Diese Erfahrung deckt sich mit weiteren Berichten von Nutzern, die ebenfalls auf Schwierigkeiten beim Zugriff auf ihre Vermögenswerte hinweisen. Die Vielzahl solcher Rückmeldungen deutet aus Nutzersicht auf zunehmende Intransparenz in der operativen Abwicklung hin.
DAO-Governance: Anspruch und tatsächlicher Status
Viele Nutzer mit 24-Monats-Lizenzen erreichen derzeit den Zeitpunkt, zu dem ihre Staking-Laufzeiten enden. Je nach Kaufdatum könnten auch 12-Monats-Lizenzen bereits zur Freigabe berechtigt sein, während 36-Monats-Lizenzen noch einige Zeit laufen.
Mehrere Nutzer berichten, dass beim Erreichen des Fälligkeitsdatums die Freigabe-Schaltfläche in ihrem Backoffice ausgegraut erscheint. Ein Klick löst nach ihren Angaben ein Pop-up-Fenster mit der Meldung aus:
„Die Freigabe ist derzeit deaktiviert. Dies wird im Rahmen des LayerK-DAO-Vorschlags validiert und in Kürze aktiviert.“
Laut archivierten Wiki-Einträgen vom 8. Oktober 2025 befand sich die DAO in dieser Zeit erst in der Vorschlagsphase, deren Einführung für Oktober und offiziell für November vorgesehen war. Gleichzeitig verweisen Support-Nachrichten, die unter anderem unter dem Namen „Helen“ versendet wurden, darauf, dass alle Mitglieder angeblich für eine 500-tägige Sperrfrist gestimmt hätten – eine Aussage, die nach Angaben mehrerer Nutzer für sie nicht nachvollziehbar war, da ihnen zufolge zu diesem Zeitpunkt noch keine GLYK-Token zur Stimmabgabe bereitstanden und die DAO-Struktur noch nicht aktiv war.
Auch in der Support-Kommunikation wurden Betroffene mehrfach auf DAO-Beschlüsse und Wiki-Berichte verwiesen, ohne dass konkrete oder sofort umsetzbare Schritte zur Freigabe angeboten worden seien. Nutzer berichten zudem, dass die Verwendung wiederkehrender generischer Namen („Helen“, „Nancy“) im Support eine persönliche Klärung erschwere.
Freigabeverfahren und technische Verzögerungen
Nach Ablauf der jeweiligen 12-, 24- oder 36-monatigen Laufzeit sollten die eingesetzten Beträge nach dem beworbenen DeFi-Staking-Modell wieder verfügbar werden. Einige Nutzer vergleichen dieses Modell mit einem festen Anlagevertrag: Nach Ablauf des vereinbarten Zeitraums erwarten sie die Auszahlung der eingesetzten Beträge.
Homnifi verweist in seinen Mitteilungen auf einen Übergang der Plattform in eine DAO-Struktur sowie auf ein Vesting-Modell, das eine 500-tägige Frist mit zusätzlicher 30-tägiger Sperrphase vorsehe. Einige der betroffenen Lizenzen sind nach Angaben der Anleger bereits im September ausgelaufen, sodass die 30-Tage-Frist theoretisch beendet sein müsste. Trotzdem berichten die Nutzer weiterhin, dass die Anspruchsfunktion inaktiv bleibt. Dies wirft für viele Beteiligte Fragen hinsichtlich der Transparenz und des tatsächlichen Umsetzungsstands der Plattform auf.
Überdies berichten einige Mitglieder, dass beim Login zwingende Pop-ups erscheinen, die die Zustimmung zu neuen AGB verlangen, selbst wenn sie ursprünglich unter einer anderen Marke unterschrieben hatten. Aus Sicht der Betroffenen erschwert dies den Zugriff auf Backoffice-Funktionen zusätzlich.
Ein strukturelles Muster?
Mehrere Nutzer, darunter solche, die zuvor in vergleichbare Krypto-MLM-Plattformen investiert hatten, beschreiben ein wiederkehrendes Muster:
- Versprechen: Hohe Erträge durch Minting oder Staking.
- Verpflichtung: Bindung durch 12- bis 36-monatige Sperrfristen.
- Plattformwechsel: Rebrandings, Migrationen oder technische Neustarts.
- Neues Angebot: Nutzer werden ermutigt, erneut zu investieren, um frühere Werte „zurückzugewinnen“.
- Verzögerungen: Support verweist auf technische Prozesse oder Strukturen, während Auszahlungen aus Nutzersicht nicht erfolgen.
Für viele Betroffene wirkt dieses Muster strukturell und nicht zufällig, zumal die Verantwortung zwischen verschiedenen Plattformbezeichnungen, Marken und technischen Systemen wechselt.
Fazit: Bekannte Mechanismen unter neuen Namen
Die Schilderungen der Betroffenen ähneln zahlreichen Fällen, die seit dem Zusammenbruch des Safir/Zeniq-Netzwerks dokumentiert wurden. Rückforderungsprogramme unterschiedlicher Plattformen legen nach Ansicht vieler Nutzer den Fokus stärker auf neue Einzahlungen als auf die Wiederherstellung früherer Vermögenswerte.
Der häufige Wechsel von Marken und Strukturen erschwert aus Nutzersicht die Klärung rechtlicher Zuständigkeiten, während die zugrunde liegenden vertraglichen Fragen weiterbestehen. Auch wenn Homnifi nach außen als neuer Akteur auftritt, empfinden viele Nutzer die verwendeten Modelle – Staking-Lizenzen, Rebrandings, Governance-Bezüge – als Fortführung bekannter Muster.
Wer Schwierigkeiten beim Zugriff auf fällige Staking-Gelder hat oder eine ausgegraute Freigabe-Schaltfläche sieht, sollte eine rechtliche oder fachkundige Prüfung seines Falls in Betracht ziehen.
Hinweis:
Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Nutzerberichten und redaktioneller Analyse. Er dient der Information der Öffentlichkeit und fällt unter die Presse- und Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 10 EMRK und Art. 85 DSGVO. Tatsachen und Bewertungen wurden sorgfältig getrennt und entsprechend gekennzeichnet.
Quellen
- Australian Securities & Investments Commission (ASIC): Investor Alert List – Homnifi, MoneySmart.gov.au (Zugriff: 14.11.2025)
- Financial Markets Authority (FMA) New Zealand: XPRO-associated providers – includes Homnifi (Zugriff: 14.11.2025)
- BrokerChooser: Is Homnifi safe or a scam? (Zugriff: 14.11.2025)
- Trustpilot: Homnifi Reviews (Zugriff: 14.11.2025)
- Archiviertes LayerK/Homnifi DAO Wiki, Internet Archive/Wayback Machine (Zugriff: 14.11.2025)




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