Cashback Universe – Alte Worte, neues Risiko: Wohin fließt euer Geld?
Wiederkehrende Narrative – bekannt aus dem Lyconet-System
Der jüngste Online-Call von Cashback Universe folgt einem vertrauten Muster: Die Wortwahl erinnert auffallend an die Motivationsrhetorik früherer Lyconet-Events.
Kommt es den Marketern bekannt vor?
„Transformation, die passiert, wenn ihr in euch selbst investiert.“
„Werde Teil von etwas Größerem.“
„Das ist erst der Anfang.“
„Bleib geduldig, bleib bereit.“
Auch das Prinzip dahinter bleibt gleich: Teilnehmer sollen Netzwerke aufbauen und an den täglichen Einkäufen anderer verdienen – nur heißen die Werkzeuge jetzt Cashback-App und Dashboard statt Shopping Points oder myWorld-IDs.
Der Ton, die Emotionalisierung und die Versprechen von Gemeinschaft und Belohnung sind identisch mit jenen aus dem Umfeld von Lyconet und myWorld. Das deutet darauf hin, dass sich die Zielgruppe kaum geändert hat – angesprochen werden gezielt frühere Marketer, die bereits jahrelang im alten System aktiv waren.
Und nein, wir sind nicht kleinlich – denn dahinter steckt leider System.
Der flüchtige Disclaimer – formale Absicherung statt echter Aufklärung
Auffällig ist der kurze, kaum wahrnehmbare Haftungshinweis während des Calls.
Für den Bruchteil einer Sekunde erschien ein zweiter Disclaimer mit dem Zusatz „website & presentations“, eine Formulierung, die den Haftungsausschluss auf alle Präsentationen und gesprochenen Aussagen ausdehnt.
Nach Einschätzung von Juristen deutet eine solche Einblendung auf Kalkül hin: Sie soll dokumentieren, dass ein rechtlicher Hinweis existiert, ohne das Publikum zu stören. In Verfahren kann das später als Beleg dienen, dass „eine Aufklärung erfolgt“ sei auch wenn niemand sie lesen konnte.
Solche Mini-Disclaimer sind typisch für unregulierte Anbieter oder MLM-Strukturen, die Finanz- oder Tokenprodukte bewerben. Der Effekt: formale Compliance ohne echte Transparenz – ein juristisches Schutzschild statt Information.
Tokenzahlungen ohne Transparenz
Wer heute bei Cashback Universe in Token einzahlt, sollte sich genau fragen, wohin das Geld fließt.
Empfängerstrukturen sind anonym: keine Impressumsangabe, keine rechtlich überprüfbare Adresse, keine offengelegte Eigentümerstruktur. Die Zahlungen erfolgen an Unternehmen mit wechselnden LLC-Bezeichnungen, häufig ohne nachvollziehbare Zuordnung – de facto also in ein undurchsichtiges System ohne greifbaren Vertragspartner.
Gerade in Kombination mit den emotionalen Marketingbotschaften birgt das erhebliche Risiken.
Ohne Aufsicht, ohne Verwahrungspflichten und ohne Rückverfolgbarkeit lässt sich im Streitfall kaum klären, wer tatsächlich haftet. Für Einzahler bedeutet das: Man überweist ins Unbekannte – und trägt das volle Risiko allein.
Fazit
Die Mischung aus emotionalem Narrativ, flüchtigem Haftungsausschluss und anonymisierten Zahlungsstrukturen zeigt: Cashback Universe präsentiert sich als Neuanfang, greift aber auf bewährte Mechanismen aus dem Lyconet-Umfeld zurück.
Transparenz bleibt dabei Nebensache – wichtiger scheint die Aufrechterhaltung eines vertrauten Gefühls aus Zugehörigkeit, Aufbruch und „neuer Chance“.
Für Teilnehmer ist das riskant: Wer sich von diesen Botschaften leiten lässt, sollte wissen, dass formale Disclaimers keine reale Sicherheit bieten und Tokenzahlungen ohne überprüfbaren Empfänger ein finanzielles Vabanquespiel sind.
Hinweis:
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Beschwerden von Investoren und einer offiziellen Presseanfrage an Blocktrade. Es handelt sich um eine journalistische Analyse. Alle Aussagen über rechtliche Risiken oder mögliche Vertragskonstellationen sind als Einschätzungen zu verstehen, nicht als abschließende Rechtsberatung.
Quellen
- Art. 6 und Art. 8 MiCA-Verordnung (EU) 2023/1114 – Anforderungen an transparente, faire und nicht irreführende Kommunikation von Krypto-Asset-Anbietern.
- BaFin-Merkblatt zu Werbung und Hinweisen bei Finanzprodukten (Stand: Juli 2022) – Pflicht zur deutlichen, wahrnehmbaren Risikoinformation.
- SEC Rule 156 (17 CFR § 230.156) – Unlawful misleading statements in investment company sales literature.
- FTC Disclosure Guides (U.S. Federal Trade Commission, 2023 Update) – Pflicht zur klaren, unübersehbaren Platzierung von Hinweisen („clear and conspicuous disclosure“).
- Vergleichbare Fälle in MLM-basierten Finanzstrukturen, dokumentiert in: ESMA Public Statement „Warnings on unlicensed financial promotions in social media“, April 2024.








Der neue Money Collection Club von Giftzwerg Freidl und Konsorten!
Wer da noch mitmacht nach der ganzen Business Shit Show ist ein finanzieller Masochist mit Stockholm Syndrom!
Wir sehen das genauso. Seit 2016 dokumentieren und melden wir die Aktivitäten rund um Hubert Freidl und sein Umfeld regelmäßig an die Staatsanwaltschaften in Wien, Düsseldorf, Köln, Regensburg und Graz, teils auch als eigene Anzeigeerstatter.
Trotz umfangreicher Beweisdokumentation und sogar eines von der Staatsanwaltschaft selbst in Auftrag gegebenen Wirtschaftsgutachtens, das klare Hinweise auf strafbare Handlungen enthielt, wurden die Ermittlungen nicht konsequent weitergeführt. Nach zwölf Dienstaufsichtsbeschwerden erhielten wir stattdessen von der Behörde selbst Drohungen mit „Maßnahmen“, ein bezeichnendes Signal für den Zustand der Strafverfolgung in diesem Komplex.
Wir bleiben dran und dokumentieren weiter, wie diese Strukturen unter neuen Namen fortgesetzt werden, denn der Wind hat sich gegen die Staatsanwaltschaften gedreht. Durch die Insolvenzen von Lyconet/myWorld wird die ganze bisherige Untätigkeit der Behörden ans Licht. Hierzu wird in kürze eine Petition gestartet, damit die Staatsanwaltschaften die Notwendigkeit und das öffentliche Interesse erkennen.