Vision One, VOO und „Copper One“: Keine FMA-Genehmigung
Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) bestätigt auf journalistische Anfrage, dass keines der Unternehmen aus dem VOO-/Vision-One-Umfeld, darunter die Vision One Genossenschaft, die VOO Aviation Service GmbH, die VOO Flights GmbH sowie das Projekt „Copper One“, über eine behördliche Konzession zur Erbringung von Finanzdienstleistungen verfügt. Ebenso liegt für keines der angebotenen Produkte ein genehmigter Kapitalmarktprospekt vor.
Diese Klarstellung ist brisant: Aus internen Mitschnitten und Werbematerialien der Vision One Genossenschaft geht hervor, dass über Webinare, Social-Media-Kanäle und exklusive Mitglieder-Calls offenbar gezielt der Eindruck erweckt wird, eine FMA-Zulassung sei nicht erforderlich, mit Verweis auf eine angeblich „interne Genossenschaftslösung“. Eine Konstruktion, die aus Sicht von Kapitalmarktexperten den Verdacht auf eine gezielte Umgehung regulatorischer Vorschriften nahelegt.
Die FMA stellt fest, dass für die genannten Unternehmen keine Genehmigungen vorliegen. Eine rechtliche Bewertung des Sachverhalts könne mangels Informationen derzeit nicht vorgenommen werden.
Zugleich bittet die Aufsicht um Übermittlung sämtlicher verfügbarer Unterlagen, um im Rahmen ihres gesetzlichen Prüfauftrags festzustellen, ob Verstöße gegen kapitalmarktrechtliche Bestimmungen vorliegen und ob aufsichtsrechtliche Maßnahmen erforderlich sind.
Verbraucherschützer und wir sehen die aktuellen Entwicklungen mit Sorge. „Wenn Unternehmen ohne Zulassung hochriskante Produkte wie tokenisierte Rohstoffanlagen oder angebliche Anleihen vertreiben und dies unter dem Deckmantel einer Genossenschaft, dann ist das ein Warnsignal“, sagt ein Insider einer Verbraucherschutzbehörde, der namentlich nicht genannt werden möchte. Insbesondere die Bewerbung angeblicher Kapitalanlagen ausschließlich an bestehende Mitglieder sei kein Freibrief, geltendes Finanzrecht zu umgehen.
Die Vision One Genossenschaft ist in den vergangenen Monaten mehrfach durch aggressive Vertriebsaktivitäten in Erscheinung getreten. Die Verbindungen zur früheren Vertriebsstruktur von Safir/ZENIQ sind dabei offensichtlich: Zahlreiche Führungskräfte und Vertriebspartner agieren in denselben Netzwerken, häufig mit neuem Branding, aber denselben Mechanismen.
Die FMA hat nun die Möglichkeit, auf Basis konkreter Hinweise aktiv zu werden. Wir haben unsere gesammelten Informationen hierzu bereits übermittelt.
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Quellen: Mail der FMA und Verbraucherschutz, Vision One







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