@media: Hilflos und ausweichend – wo soll das enden?
Wir bedanken uns bei Goran Ljubic dafür, dass er überhaupt auf unsere Fragen geantwortet hat, leider wissen die zahlreichen @media-Kunden nun aber nicht mehr als zuvor, und viele zentrale Fragen blieben unbeantwortet.
Seit Jahren investieren Vermarkter im Umfeld von Lyconet und myWorld in das sogenannte @media-Projekt, teils mit beträchtlichen Beträgen. Versprochen wurden innovative Telekommunikationslösungen, passive Einkommensströme und Beteiligungen an einer angeblich marktreifen „Mediabox“. Doch heute, Jahre später, bleiben viele grundlegende Fragen offen: Wo ist das Geld geblieben? Wer übernimmt die Verantwortung? Und was dürfen die Einzahler noch erwarten, wenn überhaupt?
Goran Ljubic, der mittlerweile als Eigentümer der Plattform ATMEDIA Europe Ltd. auftritt, betont in einer schriftlichen Stellungnahme seine Offenheit gegenüber investigativem Journalismus und das Streben nach Transparenz. Seine Ausführungen hinterlassen allerdings weniger Klarheit als neue Zweifel, insbesondere bei jenen, die über Jahre hinweg auf die versprochenen Ausschüttungen und Ergebnisse gewartet haben.
Wer ist wofür verantwortlich?
Der neue Eigentümer von @media gibt an, selbst ursprünglich als Vermarkter über Lyconet in das Projekt involviert gewesen zu sein. Nach eigenen Angaben habe er das Potenzial der Plattform erkannt und diese schließlich übernommen. Seitdem arbeite er daran, das Projekt außerhalb des MLM-Sektors als technologische Lösung im Telekommunikationsbereich weiterzuentwickeln.
Gleichzeitig betont Ljubic mehrfach, dass ATMEDIA weder Verträge mit Vermarktern unterhält noch Gelder von ihnen erhalten habe. Vielmehr seien alle Transaktionen über Lyconet/myWorld abgewickelt worden. Die Plattform solle dennoch „für die Vermarkter“ weiterentwickelt werden, damit diese profitieren könnten, sofern sich das Projekt am Markt durchsetze.
Diese Aussagen werfen zentrale Fragen auf:
- Wenn ATMEDIA als Plattformbetreiber keinen Bezug zu den Einzahlungen der Vermarkter hat – wer trägt dann rechtlich die Verantwortung für die bisherigen Investitionen?
- Wie realistisch ist eine Beteiligung am zukünftigen Erfolg, wenn keinerlei vertragliche Ansprüche gegenüber ATMEDIA bestehen?
- Und wie verbindlich sind überhaupt jene Vorteile, auf die sich viele Einzahler seit Jahren verlassen?
Nachstehend die Fragen und Antworten von Goran Ljubic:
deutsche Übersetzung
Vertrösten statt informieren?
Zahlreiche Vermarkter berichten übereinstimmend von nicht beantworteten Support-Anfragen, unklaren Vertragsverhältnissen und fehlender Kommunikation, sowohl seitens Lyconet als auch seitens der Projektverantwortlichen. Auf die Frage nach möglichen Ausschüttungen oder Rückzahlungen verweist der neue @media-Eigentümer auf „fehlende Zuständigkeit“ und empfiehlt, sich direkt an Lyconet zu wenden.
Doch wie soll ein bereits erschüttertes Vertrauen so wiederhergestellt werden?
Der Verweis auf eine angeblich „nicht eigene Verantwortung“ mag formal korrekt sein, für viele Betroffene ist er wenig vertrauensbildend. Schließlich wird das Projekt @media weiterhin mit dem Lyconet-Netzwerk in Verbindung gebracht, die Produkte und Lizenzpakete werden von Lyconet aktiv vermarktet, und auch die Kooperation zwischen Lyconet, myWorld und ATMEDIA bleibt ausdrücklich bestehen.
Wie denn nun bitte? Niemand fühlt sich verantwortlich? Die einbezahlten Gelder sind wo und niemand ist zuständig?
Fragen, die unbeantwortet bleiben:
Im Zentrum stehen daher bis heute essenzielle, bislang unbeantwortete Fragen:
- Wer trägt konkret die Verantwortung gegenüber jenen Vermarktern, die über Lyconet in Lizenzpakete, Power Keys und Golden Power Keys investiert haben?
- Welche realistischen Aussichten bestehen auf Ausschüttungen oder andere Vorteile und auf welcher rechtlichen Grundlage beruhen diese?
- Warum wurde die Mediabox mehrfach als marktreif präsentiert, obwohl das Produkt nach eigenen Aussagen noch nicht einsatzfähig ist?
- Wer übernimmt die Verantwortung für frühere Versprechen und Ankündigungen, wenn weder Lyconet noch ATMEDIA Klarheit schaffen?
- Gibt es einen öffentlich zugänglichen Zeitplan, der messbare Fortschritte aufzeigt?
- Wohin sind all die einbezahlten Gelder geflossen sind?
Vertrauenskrise statt Transparenz
Der Eigentümer von ATMEDIA spricht in seiner Stellungnahme von Transparenz und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Medien. Doch solange zentrale Fragen mit dem Hinweis auf „fehlende Zuständigkeit“ unbeantwortet bleiben, bleibt auch der Vorwurf bestehen: Die bestehenden Kunden werden mit ihrer Unsicherheit allein gelassen.
Ein Projekt, das über Jahre hinweg Millionenbeträge eingesammelt hat, kann sich nicht dauerhaft auf formale Zuständigkeitsgrenzen zurückziehen. Solange weder Lyconet noch ATMEDIA verbindlich erklären, was mit dem Geld passiert ist und was Kunden künftig erwarten dürfen, bleibt das @media-Projekt ein Beispiel für ein Vertriebsmodell, das mit großen Versprechen begann – und in einem kommunikativen Vakuum zu enden droht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information, journalistischen Analyse und unabhängigen Meinungsbildung im Sinne von Artikel 5 des Grundgesetzes sowie § 51 UrhG (Zitatrecht). Sämtliche Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, offiziellen Mitteilungen und sorgfältiger redaktioneller Recherche. Trotz größter Sorgfalt übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der enthaltenen Informationen.
Quellen: Stellungnahme Goram Ljubic, ATMEDIA Europe Ltd., Lyconet














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