ONZA+: Das neueste KI-Versprechen aus dem CONNECT-Umfeld
Wie ein neues Krypto-Projekt aus dem CONNECT-Umfeld mit KI, Trading-Signalen und einem Lizenzmodell um Teilnehmer wirbt.
Im Umfeld der Telegram-Community von Connect (ehem. Safir/ZENIQ/Xera.Pro/XPRO) kursiert seit einigen Wochen ein neues Projekt namens ONZA+. Das Produkt wird darin als „90-day Crypto AI Technology License“ beworben – eine Art zeitlich begrenzte Lizenz für eine angebliche KI-gestützte Handelsinfrastruktur.
Die uns vorliegende Präsentation verspricht algorithmischen Kryptohandel, automatisierte Marktanalyse und mögliche Gewinne innerhalb eines 90-Tage-Zyklus. Gleichzeitig wird mehrfach betont, dass ONZA+ kein Investment und keine Finanzdienstleistung sei – eine Kombination, die zumindest Fragen aufwirft.
Der interne Startschuss
In einer Mitteilung an „Regional Directors and CONNECT Top Leaders“ informiert das Unternehmen über den Start des Projekts:
„We would like to officially inform you about the launch of ONZA, the new crypto service that will begin its integration into the CONNECT ecosystem starting March 1st.“
Als erster Schritt wurde ein offizieller ONZA-Telegram-Channel gestartet, über den Nutzer kostenlose Krypto-Signale erhalten sollen. Laut Nachricht bietet der neue Kanal kostenlose Crypto-Signale für Nutzer, manuelles Copy-Trading der Signale sowie einen Einstiegspunkt in das ONZA-Ökosystem
Die Nachricht fordert Führungskräfte ausdrücklich auf, den Kanal in ihren Teams zu verbreiten:
„We encourage you to share this channel with your teams and leadership structures.“ Damit wird deutlich: Der Telegram-Channel ist nicht nur ein Informationskanal, sondern Teil einer systematischen Rekrutierungsstrategie.
Führung aus dem CONNECT-Umfeld
In derselben Nachricht wird auch die Leitung des Projekts benannt: „The ONZA project is led by Luis Fernando Key, whom many of you already know as the International Director of Crypto Expansion at CONNECT.“ Das Projekt wird also direkt mit der bestehenden CONNECT-Struktur verknüpft und als Teil einer neuen „Crypto-Vertical“ innerhalb des Ökosystems präsentiert.
Parallel wird ein externer Handelspartner genannt: die Kryptobörse Bitunix. Nutzer sollen dort sogenannte „corporate accounts“ eröffnen können, über die künftig die Signalverteilung, Trading-Operationen, Copy-Trading und Community-Vorteile kommuniziert werden sollen. Der Telegram-Channel fungiert damit als Marketing- und Einstiegspunkt, der Nutzer schrittweise in weitere Produkte des Systems führen soll.

Das Produkt: Eine „KI-Lizenz“
Das eigentliche Geschäftsmodell wird in der Präsentation zu ONZA+ beschrieben. Teilnehmer erwerben eine Lizenz mit einer Laufzeit von 90 Tagen. Während dieser Zeit wird das eingesetzte Kapital laut Präsentation innerhalb einer „proprietary AI infrastructure“ eingesetzt.

Die fünf Lizenzstufen liegen zwischen 125 und 5000 Dollar. Je höher die Lizenz, desto höher die angeblichen „Rewards“. In der Präsentation werden mögliche Gewinne von 300 bis 15.000 Dollar genannt.
Gleichzeitig betont das Dokument mehrfach: „ONZA+ is not an investment or financial service.“ Diese juristische Distanzierung steht jedoch im Widerspruch zu den dargestellten Rendite-Szenarien.
Kapitalbindung und Blackbox
Die Funktionsweise des Systems ist laut Präsentation einfach:
- Nutzer kaufen eine Lizenz
- Das Kapital wird für 90 Tage gesperrt
- Eine KI handelt angeblich automatisiert auf Kryptomärkten
- Nach Ablauf der Frist wird das Kapital freigegeben
Während des Zyklus sind keine Auszahlungen möglich. Was in dieser Zeit genau passiert, bleibt unklar. Zwar wird von Marktanalyse, algorithmischer Ausführung, Hochfrequenzstrategien und Risiko-Kontrollsystemen gesprochen.
Doch es fehlen entscheidende Informationen:
Welche Börsen werden genutzt? Wo werden Kundengelder verwahrt? Gibt es Audits? Existiert eine regulierte Vermögensverwaltung?
Die KI-Infrastruktur bleibt vollständig im Dunkeln.
Rendite-Modi bis 60 Prozent
Besonders auffällig sind die angegebenen Performance-Korridore. Die Präsentation nennt drei Modi:

Für einen Zeitraum von nur 90 Tagen wären solche Ergebnisse selbst im hochriskanten Kryptohandel außergewöhnlich. Im regulierten Finanzsektor müssten derartige Aussagen durch detaillierte Risikoberichte und historische Performance-Daten belegt werden. In der ONZA-Präsentation fehlen solche Nachweise vollständig.
Das Rekrutierungssystem
Der kritischste Teil des Modells ist der sogenannte Referral Plan. Teilnehmer erhalten Provisionen für neue Nutzer: 5 % auf direkte Empfehlungen, 10 % auf zweite Ebene und 15 % auf dritte Ebene.
Die Präsentation zeigt eine Beispielrechnung:

Eine Person lädt fünf neue Teilnehmer ein. Diese wiederum jeweils fünf weitere. In der dritten Ebene entstehen so 125 neue Teilnehmer. Die möglichen Einnahmen aus diesem System werden mit fünfstelligen Beträgen illustriert.
Solche exponentiellen Rekrutierungsmodelle sind typisch für Multi-Level-Marketing-Strukturen. Sie funktionieren nur, solange neue Teilnehmer nachkommen – ein mathematisches Wachstum, das langfristig kaum aufrechterhalten werden kann. r Verwahrer von Kundengeldern, sondern als Technologieanbieter.
Compliance ohne Aufsicht
Die Präsentation erwähnt zwar die Stichworte KYC-Verifizierung, Cybersecurity und zukünftige Compliance-Verbesserungen. Gleichzeitig heißt es in den Bedingungen, dass die regulatorische Verantwortung beim Nutzer selbst liegt.
Bemerkenswert ist auch, was im Dokument fehlt: Wir finden keine klar benannte Betreiberfirma, keine Finanzlizenz, keine zuständige Aufsichtsbehörde und keine unabhängigen Prüfberichte. Für ein System, das angeblich automatisierten Handel mit Kundengeldern betreibt, sind das erhebliche Lücken.
Unser Fazit
Die Dokumente rund um ONZA zeichnen ein klares Bild der Strategie.
- Ein kostenloser Telegram-Channel verteilt Trading-Signale.
- Nutzer werden in ein wachsendes Ökosystem geführt.
- Das zentrale Produkt ist eine kostenpflichtige 90-Tage-„KI-Lizenz“.
- Ein mehrstufiges Referral-System soll das Wachstum beschleunigen.
Technologisch wird das Projekt mit Begriffen wie AI-Trading, algorithmische Strategien und Marktanalyse beworben. Gleichzeitig fehlen die grundlegenden Informationen, die ein solches System überprüfbar machen würden.
Ob hinter ONZA tatsächlich eine funktionierende Handels-KI steht oder lediglich ein weiteres Marketing-Narrativ aus der Krypto-Szene, lässt sich anhand der vorliegenden Dokumente nicht verifizieren.
Sicher ist nur: Wenn ein Projekt hohe Renditen, vollständige Intransparenz und ein starkes Rekrutierungssystem kombiniert, ist Vorsicht angebracht.
Hinweis:
Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Nutzerberichten und redaktioneller Analyse. Er dient der Information der Öffentlichkeit und fällt unter die Presse- und Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 10 EMRK und Art. 85 DSGVO. Tatsachen und Bewertungen wurden sorgfältig getrennt und entsprechend gekennzeichnet.
Quellen
- Screenshots und Chatlog-Material (Telegram/WhatsApp, 2024–2026) archiviert.
- Vollständige Aufzeichnung des Exfusion-Calls vom 23.02.2026
- Eigene Verifizierung (Redaktion)












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