Safir/ZENIQ & das Filmprojekt REGARDLESS: Eine filmreife Bruchlandung?
Nach der Pleite mit dem TUPAN Token folgt mit dem Filmprojekt REGARDLESS das nächste Beispiel für ein Safir/ZENIQ-Produkt, das einst als technologischer Durchbruch beworben wurde – und heute kaum mehr greifbar ist: Vorgestellt wurde REGARDLESS einst als Projekt, das die Filmindustrie mithilfe von Blockchain und Tokenisierung revolutionieren sollte. Der Anspruch war groß, die Vermarktung entsprechend laut.
Während Gernot Winter im jüngsten Update-Call bemüht war, Verantwortung von sich und den Initiatoren von Safir/ZENIQ wegzuschieben, zeigt REGARDLESS besonders deutlich, wie dieses System funktionierte: große Bühne, großes Versprechen – und danach nur noch Schall und Rauch.

REGARDLESS: Große Scheinwerferlichter, wenig Substanz
Laut Gernot Winter sei es bei diesem Filmprojekt “darum gegangen, die Filmindustrie Richtung Blockchain/Tokenisierung zu öffnen.” Zu einem echten Blockbuster scheint sich REGARDLESS aber kaum entwickelt zu haben, denn laut Winter sei der Film “der Community in Dubai vorgestellt” worden und in türkischen Kinos gelaufen. Das Projekt sei über Safir/ZENIQ sowie später über Xera vertrieben worden.
Als Product Owner nennt Winter einen gewissen Ilhan Dogan, der nach unseren Recherchen kein Unbekannter in der Welt des Network Marketing zu sein scheint. Zum aktuellen Wirken von Ilhan Dogan gibt es in dem Call nur wenige Details, zitiert wird lediglich eine sogenannte Regardless Academy, auf deren Webauftritt in der Präsentation auch verwiesen wird: Home | Regardless Academy.
REGARDLESS Token: Tokenisierung ohne greifbares Ergebnis
REGARDLESS sollte also seinerzeit die Tokenisierung der Filmindustrie vorantreiben. Doch genau hier liegt das Kernproblem: Weder im Call noch in öffentlich zugänglichen Informationen wird klar, was konkret tokenisiert wurde, welche Rechte Tokeninhaber hatten oder haben sollten, oder wie sich ein wirtschaftlicher Nutzen ergeben hätte.
Stattdessen bleibt der Eindruck zurück, dass „Tokenisierung“ vor allem als Narrativ diente – als Schlagwort, um ein Projekt verkaufsfähig zu machen. Ob und in welcher Form Token je einen realen Anspruch, einen Cashflow oder eine Beteiligung dargestellt haben, bleibt unbeantwortet.

Aktuell: Kein Status, keine Ansprechpartner?
Was auf diese substanzlose Präsentation folgt, ist ein ebenso faktenbefreiter und deshalb fast filmreifer Dialog zwischen Winter und seinem Co-Host Irma Okanovic:
W: Was mit dem Projekt selber jetzt im Nachgang geplant war beziehungsweise geplant wurde oder aktuell geplant ist, das weiß ich nicht. Vielleicht hast du mehr Informationen, Irma?
O: Hast du eine Möglichkeit irgendwie, zum Ilhan Dogan Kontakt aufzunehmen? Es wäre nicht schlecht, wenn wir ihn bekommen würden für einen Call.
W: Es hat einmal Gespräche gegeben, die sind schon glaube ich ein Jahr her, das habe ich nur gehört bitte, wo es darum gegangen ist, dass eben auf aber nicht über das bestehende Ecosystem NOMO/Zeniq…sondern glaub über Xera noch oder XPRO, dass es hier Pläne gegeben hat…aber das verschließt sich sozusagen meinem Wissensstand…Inwieweit man ihn erreichen kann und dass er für ein Update zur Verfügung steht, das muss ich schauen. Da kann ich nichts versprechen. Da muss ich…
O: Wenn du…vielleicht kannst du mir die Kontaktdaten weiterleiten und ich versuche das dann?
So dreht sich das gegenseitige Ballzuspielen noch einige Zeit weiter, bis Okanovic abschließend feststellt, dass es für alle wichtig wäre, zu erfahren, wie der Status ist, “egal ob es gut oder schlecht ist”.
Bei einem näheren Blick auf die Website des Filmprojekts fällt jedoch ein Detail auf, das so gar nicht zu Winters Distanzierung von REGARDLESS und Ilhan Dogan passen will: Klickt man im Menüpunkt “REGARDLESS TOKEN” auf den Button “Buy Token” wird man überraschenderweise weitergeleitet auf www.voo.one. Obwohl hier sämtliche Angaben zu einer Urheberschaft der Website fehlen, so stimmt doch zumindest die angegebene Adresse exakt mit der Firmenadresse der VOO flights gmbh in der Liebenauer Hauptstraße 320, 8041 Graz, Austria überein. Und wer präsentiert sich bei letzterer als CEO & Founder? Exakt: Gernot Winter. Und trotzdem streitet selbiger jegliche Involvierung in REGARDLESS ab und betont weiterhin die Unabhägigkeit der Projekte voneinander? Merkwürdig.
Winter selbst benennt im Call ungewollt das Grundproblem nicht nur von REGARDLESS, sondern vieler Safir/ZENIQ-Projekte: Man könne heute „an der Oberfläche kaum Informationen zusammentragen, wo diese Projekte stehen.“
Diese Aussage ist zentral. Sie beschreibt ein System, in dem Projekte seinerzeit aggressiv über zentrale Plattformen vermarktet wurden, aber offensichtlich von vornherein strukturell so organisiert waren, dass sie sich später der Nachverfolgung entziehen.
Unser Fazit: Ein fauler Abspann
REGARDLESS steht sinnbildlich für die Kluft zwischen Anspruch und Realität im Safir/ZENIQ-Kosmos. Was als Innovationsprojekt zur Tokenisierung einer ganzen Branche angekündigt wurde, ist heute kaum mehr als ein Name, ein paar Erinnerungen an Events – und viele offene Fragen.
Damit reiht sich REGARDLESS nahtlos in das bekannte Muster ein: hohe Sichtbarkeit in der Vermarktung, Events und Ankündigungen – aber keine dauerhaft zugängliche, überprüfbare Projektstruktur.
Dass selbst Jahre später keine klare Auskunft über den Status möglich ist, spricht weniger für ein temporäres Kommunikationsproblem als für ein strukturelles Versagen. Tokenisierung ohne Transparenz bleibt am Ende genau das, was REGARDLESS heute ist: eine Erzählung ohne überprüfbaren Fortbestand.
Hinweis:
Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Nutzerberichten und redaktioneller Analyse. Er dient der Information der Öffentlichkeit und fällt unter die Presse- und Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 10 EMRK und Art. 85 DSGVO. Tatsachen und Bewertungen wurden sorgfältig getrennt und entsprechend gekennzeichnet.
Quellen
- „Support Old Safir Community“ Telegram Gruppe
- Vollständige Aufzeichnung des Calls vom 07.12.2025 (Winter/Okanovic)
- Eigene Verifizierung (Redaktion): Domain-/Firmenprüfung, Sicherung des Calls und sämtlicher relevanter Screenshots.











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