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Safir/ZENIQ Update Call: Aufklärungsstunde mit Gernot Winter

11. Dezember 2025

In einem kürzlich abgehaltenen Videocall stand Gernot Winter vermeintlich Rede und Antwort zum Stand der einst als revolutionär angepriesenen Safir/ZENIQ Projekte. Winter ist Mitgründer von Avinoc/VOO und steht durch RAMZIQ, Zentatec GmbH in Verbindung mit den Safir/ZENIQ Gründern rund um Erwin Dokter und Peter Skerl. Auffällig an Winters Aussagen war nicht unbedingt, was er sagte, sondern wie oft und in welchen Kontexten er bestimmte Inhalte betonte. 

Safir/ZENIQ: Die unendliche Geschichte einer Projektpyramide

Über Jahre hinweg wurde der Safir/ZENIQ als visionäres Ökosystem präsentiert, das reale Projekte, Tokenisierung und Blockchain-Innovation miteinander verbinden sollte – von angeblich superprofitablen Tokens und Hubs über ein Sport- und Immobilienprojekt aus Indien, ein türkisches Tokenisierungsprojekt für die Filmindustrie und fantastischen Immobilienprojekten in Dubai und anderswo.

Doch der Call mit Winter, einem der wenigen verbliebenen Funktionsträger, die sich heute überhaupt noch äußern, deckt das zerfranste System hinter der einst so glänzenden Fassade auf. Winter liefert dem Publikum keinerlei substanzielle Informationen darüber, wo das investierte Geld geblieben ist oder wie es um die Projekte steht. So gelingt es ihm, über eine Stunde lang zu reden – und so gut wie nichts zu sagen über die gescheiterten Projekte, zu deren tatsächlichen Status inzwischen niemand mehr verlässlich Auskunft geben will oder kann. 

Safir/ZENIQ „Marktplatz”: Absatz ja, Verantwortung nein? 

Winter betont zu Beginn mehrfach die Unabhängigkeit der einzelnen Netzwerk-Partner: Jedes Projekt habe einen eigenen “Product Owner” gehabt jeweils mit eigenem rechtlichem Repräsentanten, eigener Außenvertretung, eigenem Setup.
Die Verkaufsplattformen – Safir/ZENIQ, später Xera/XPRO und LayerK – seien lediglich Vertriebskanäle, vergleichbar mit Marktplätzen wie Amazon. Das klingt zunächst plausibel, doch im Kontext der ZENIQ-Projekte führt es zu einem absurden Ergebnis:

Auf den Plattformen wurden mit großem Trommelwirbel Produkte beworben, verkauft, vermarktet und Incentive-Programme dafür organisiert. Die tatsächlichen Projektbetreiber jedoch blieben und bleiben größtenteils bis heute im Dunkeln. Und jetzt, wo alles offensichtlich schiefgelaufen ist, verweist man plötzlich auf diese „eigenständigen“ Product Owner – die in vielen Fällen heute nicht erreichbar oder schlicht aus den Projekten verschwunden sind?

Das Fatale an diesem nebulösen und für MLM-Scams recht typischen Konstrukt: Am Ende bleibt niemand greifbar. Winters wenig tröstendes Resumée: “Welche rechtliche Situation dahintersteht, ist schwer in Erfahrung zu bringen.” 

Minter, Token, Hubs: „Produkte, nicht Investitionen” 

Mit einer weiteren Aussage lässt Gernot Winter aufhorchen: Die Projekte seien nicht als Investitionen verkauft worden, sondern als Produkte. Das wäre rechtlich gesehen ein entscheidender Unterschied – und Winter liefert ihn auffällig häufig und ausdrücklich. Denn viele Käufer erwarben Tokens, Hubs, Mining-Pakete oder Lizenzmodelle mit der Erwartung von Renditen, Kursentwicklung und Ausschüttungen. Könnte es sich hierbei um einen juristischen Dreh handeln, der bei Geschädigten die Hoffnung auf Schadensersatzansprüche gleich im Keim ersticken soll?

Denn wird ein Produkt lediglich gekauft, dann gibt es in der Regel keine Renditeversprechen, keine Prospektpflicht, keine Anlagevermittlungs-Haftung, keine Ersatzansprüche für entgangene Gewinne, und keine aufsichtsrechtlichen Verpflichtungen wie bei Finanzprodukten. Mit dieser Formulierung verschiebt Gernot Winter die Verantwortung für Verluste vollständig auf die Käufer, nach dem Motto: „Ihr habt Produkte gekauft. Ihr tragt das Risiko.“ Dass viele dieser „Produkte“ exakt so beworben wurden, wie man sonst Investitionen bewirbt – ist in dieser Argumentation nicht vorgesehen.

Wenn etwas schiefgeht, hilft der Hinweis „Es war nur ein Produkt“ niemandem. Und damit verschiebt Winter die Verantwortung wieder weg von Safir/ZENIQ – hin zu Product Ownern, die teilweise nicht mehr auffindbar sind.

Winters Erzählung von der Selbstverantwortung 

Durch die Betonung, dass jeder Nutzer seine Tokens, Hubs, Softwarelizenzen oder Paketprodukte selbst erworben hat, versucht Gernot Winter eine weitere juristisch relevante Linie zu ziehen. Seine Aussage impliziert: Es hätte kein Beratungsverhältnis, keine Empfehlung, kein Vermittlungsauftrag und keine Rechtsbeziehung bestanden zu den Plattform-Verantwortlichen – also keinerlei Grundlage, aus der Ansprüche abgeleitet werden könnten. 

Seine Aussagen wirken wie der Versuch, sich selbst, seine Plattformen und seine Rolle rückwirkend aus dem Zentrum der Verantwortung herauszuargumentieren – indem er die Schuld auf ein Netzwerk von Dritten verteilt, das im Nachhinein kaum noch identifizierbar ist. 

Hinweis:

Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Nutzerberichten und redaktioneller Analyse. Er dient der Information der Öffentlichkeit und fällt unter die Presse- und Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 10 EMRK und Art. 85 DSGVO. Tatsachen und Bewertungen wurden sorgfältig getrennt und entsprechend gekennzeichnet.

Quellen

  • „Support Old Safir Community“ Telegram Gruppe
  • Vollständige Aufzeichnung des Calls vom 07.12.2025 (Winter/Okanovic)
  • Eigene Verifizierung (Redaktion): Domain-/Firmenprüfung, Sicherung des Calls und sämtlicher relevanter Screenshots.

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