ZENIQ, LayerK & das große Downgrade?
Streit um LYKAuszahlungen im ZENIQ-Swap: Wie ursprüngliche Token-Versprechen entwertet werden
Geschädigte aus der Safir/ZENIQ-Community werfen Homnifi/LayerK und deren DAO vor, ihre ursprünglichen Versprechungen gebrochen zu haben. Ursprünglich konnten ZENIQ-Inhaber ihre Token in das interne sLYK-Token tauschen und in der WALLEK-Wallet für etwa zwei Jahre sperren. Versprochen war laut den Geschädigten, dass diese gesperrten sLYK nach Ende der Laufzeit in LYK-W (auszahlbares LayerK-Token) ausgegeben werden.
In einem aktuellen DAO-Vorschlag protestiert ein Community-Mitglied dagegen, dass diese Vereinbarung einseitig verändert wurde: Statt wie vereinbart LYK-W zu erhalten, kriegen die Inhaber nun nur noch sLYK zurück und müssten erst über einen komplizierten Umtauschpfad gehen, um an echtes LYK-W zu kommen. Die Währung mLYK – deren Umtauschrate zu sLYK nun 1:0,15 beträgt – wird dabei zur Pflicht, was de facto einen enormen Wertabschlag bedeutet.
Hintergrund: Vom ZENIQ-Token zu LayerK
Umtausch und Sperrung: Im ursprünglichen Angebot wurden ZENIQ-Token eins zu eins (bzw. zu einem festen Kurs, z.B. 1 ZENIQ = 0,05 sLYK) in das interne LayerKÖkosystem übernommen. Die Nutzer erhielten dafür sLYK und konnten diese Token in Wallek sperren, einem speziellen Wallet-Produkt von Homnifi. Die Lockup-Phase sollte rund zwei Jahre dauern, danach sollte eine gestaffelte Auszahlung folgen.
Versprechen der Auszahlung: Laut damaliger Kommunikation erhielten die Sparer am Ende ihrer Sperrfrist LYK-W, die „withdrawable“ LayerK-Token, also frei übertragbare Coins. Dieses Versprechen war für viele ZENIQ-Anleger der Anreiz, die lange Sperrfrist in Kauf zu nehmen.
Vesting-Phase: Nach Ablauf der Sperrfrist sollte es eine weitere, zeitlich gestaffelte Vesting-Phase geben, über die sich die Auszahlung der LYK-W auf einige Monate oder Jahre erstreckte. Im Austausch dafür würden die Nutzer in der Zwischenzeit lock-in-Tokens (sLYK) halten und etwa an den Wachstumserträgen des Homnifi-Netzwerks partizipieren.
„Wir haben unser ZENIQ in sLYK getauscht und zwei Jahre gesperrt – weil uns LYK-W versprochen wurde“, so der Bericht des Betroffenen.
Neue DAO-Regeln und deren Konsequenzen
In den letzten Monaten hat der Homnifi/LayerK-DAO mehrere Änderungen beschlossen, die das ursprüngliche Abkommen faktisch aufheben:
Freigabe aller Wallek-Stakes: Am 8. Oktober 2025 gab die Homnifi-Plattform bekannt, dass alle in Wallek gelinkten Token freigegeben werden. Das heißt: sowohl LYK- als auch sLYK-Token können nun vorzeitig entsperrt werden. Anders als erwartet werden freigeschaltete sLYK jedoch nicht direkt in LYK-W umgewandelt, sondern man erhält weiterhin sLYK. Diese werden dann über eine neue, 500 Tage lange Vesting-Phase täglich an den Nutzer ausgegeben.
Neues Umtauschsystem: Parallel dazu wurde eine Umtausch-Funktion eingeführt: sLYK können intern in andere interne Werte getauscht werden (z.B. sog. HMF- oder USDK-Promo-Werte) und bald auch in mLYK. Für sLYK→mLYK gilt ein fester Wechselkurs 1 sLYK = 0,15 mLYK. Ein späterer Tausch von mLYK in echtes LYK-W ist möglich (1 mLYK = 1 LYK-W laut FAQ), führt aber durch den Zwischenschritt und die Länge neuer Sperrfristen zu erheblichen Einbußen.
Entfall direkter Auszahlungen: WALLEK-bezogene Ankündigungen erklären explizit, dass sLYK-Withdrawalsvorerst nicht erlaubt sind. Stattdessen können Nutzer nur über die genannten Umwandlungswege mitspielen. Erst danach sei eine Auszahlung als LYK-W denkbar, für ZENIQ-Sparer allerdings mit dem deutlichen Abschlag von 0,15 per Umweg.
Diese Änderungen bedeuten konkret: Nutzer, die ihr ZENIQ gemäß dem alten Plan in sLYK umgetauscht und gesperrt haben, bekommen nun kein LYK-W, sondern sLYK ausgezahlt – versus ursprüngliche Versprechen. Wer LYK-W will, muss nun den Umweg über mLYK gehen und bekommt damit effektiv nur 15 % des erhofften Betrags. Außerdem würden die neuen mLYK erneut für Jahre gesperrt werden müssen (z.B. durch Minting/Verknüpfen in NodeK/CloudK).
Forderungen aus der ZENIQ-Community
Ein Nutzer reichte daraufhin im LayerK-DAO eine Petition ein. Kernpunkte sind:
„Ehrung des ursprünglichen Versprechens“: Nach Ablauf der ursprünglich avisierten zwei Jahre Sperrfrist sollen alle betroffenen Nutzer ihre Belohnung in LYK-W erhalten, wie es versprochen war. Falls die Claims technisch zuerst als sLYK ausgegeben werden, sollen diese automatisch und 1:1 in LYK-W umgewandelt werden, ohne den 1:0,15-Abschlag oder weitere Sperrfristen.
Sonderfallbehandlung: Die ZENIQ-Staking-Positionen sind demnach eine Art „Altvereinbarung“. Sie wurden abgeschlossen unter anderen Regeln (mit LYK-W-Payout). Deshalb sollte auf sie der neue sLYK→mLYK-Faktor nicht angewendet werden. Kurz: Kein Retrofit durch die DAO über bestehende Deals.
Argumente der Betroffenen: Es gehe um Vertrauen und Fairness. Viele frühe Investoren fühlten sich „hereingelegt“, weil die Bedingungen rückwirkend verschlechtert würden. Statt die erwartete Auszahlung zu erhalten, drohe ihnen ein erhebliches Verlustgeschäft. Die Sprecher befürchten einen massiven Vertrauensverlust in das Projekt.

Bei der Online-Abstimmung stimmten allerdings nur 5 % (≈0,96 Mio GLYK) für die Petition, während 95 % (≈18,0 Mio GLYK) dagegen votierten (Quorum erfüllt). Mit anderen Worten: Die DAO, in der Governance-Token-Inhaber entscheiden, lehnt die Forderung ab. Für den Vorschlag votierten vor allem offenbar kleinere Summen, während institutionellere Token-Halter – oder Nicht-ZENIQ-Inhaber – ihn abgelehnt haben.
Homnifi & LayerK: Kritik und Warnsignale
Die Veränderung der Bedingungen hat nicht nur bei Betroffenen Unmut ausgelöst, sondern passt in ein Gesamtbild, das als kritisch zu bewerten ist:
Regulatorische Warnungen
Schon im Mai 2025 warnte die neuseeländische Finanzaufsicht FMA vor Homnifi als Teil eines Multi-Level-Marketing-Systems („XPro“) ohne Zulassung: Homnifi biete „Krypto-Wallet-Dienste“ an, sei aber nicht registriert und habe keine Lizenz für Finanzdienstleistungen. Solche offiziellen Hinweise legen nahe, dass das Projekt regulatorisch umstritten ist.
Es erweckt den Eindruck, als betreibe Homnifi/LayerK eine Art verschachteltes „Matroschka-System“ mit immer neuen internen Token und Vertragsschichten. Die Kundenkommunikation wirkt wie ein Bombardement mit technischen Begriffen (USDK, mLYK, sLYK, cLFI …), hinter denen oft unklar bleibt, was sie wirklich wert sind. Betroffene berichten uns, dass immer neue Token eingeführt und alte ausgemustert werden – viele Nutzer wissen gar nicht mehr, welche Tokens sie tatsächlich besitzen.
Interne Lock-in-Mechanismen
Die fehlende Möglichkeit, sLYK direkt auszuzahlen, zwingt Nutzer zunehmend ins Ökosystem zurück. Im Homnifi-Wiki wird etwa empfohlen, durch Umwandlungen weiter an den vermeintlichen Mehrwert des Netzwerks gebunden zu bleiben. Kritiker sehen darin eine methodische Kundenbindung: Man lockt mit hohen Auszahlungen, krempelt die Regeln dann aber nachträglich um, sobald viel Kapital im Spiel ist. Der Verdacht: LYK, mLYK, sLYK wirken wie wertlose interne Tokens, mit denen Investoren im System gefangen gehalten werden.
Ponzi-Verdacht erhärtet sich
Die Kombination aus neuen Token-Währungssystemen, Sperr- und Umtauschmechaniken sorgt für Misstrauen. BEKM fasst es so zusammen: Bei Homnifi/LayerK scheine „ein Zyklus zu entstehen, in dem Geld neuer Anleger genutzt wird, um alte Ansprüche zu bedienen. Obwohl rechtlich noch kein Ponzi nachgewiesen ist, existiert bei vielen Stimmen der Verdacht eines pyramidalen Aufbaus. Konstante Umbenennungen (von Safir/Zeniq über XERA.pro bis Homnifi) und das Aussetzen von Auszahlungen im Unglücksfall erhärten diese Sorgen.
Neben den Tokenfragen kritisieren Experten auch die Undurchsichtigkeit der Verträge und Firmenkonstruktionen hinter LayerK/Homnifi. Alle Marken (Homnifi, NodeK, CloudK etc.) führen auf die gleiche Briefkastenfirma (LayerK Group LTD, BVI) zurück. Unterschiedliche Nutzungsbedingungen bestehen nur auf dem Papier, dem Nutzer wird kaum gesagt, wem er sein Geld überlässt. Das schafft Misstrauen – wenn Regeln („Terms & Conditions“) ohne tatsächliche Unterschrift durchgesetzt werden sollen, wirkt das geradezu als legales Risiko.
Fazit
Der vorliegende Fall ist symptomatisch für die grundlegenden Probleme rund um Homnifi/LayerK: Was als innovative Web3-Plattform beworben wird, stützt sich in der Kritik auf intransparente Geschäftsmodelle, die viele Beobachter stark an ein Schneeballsystem erinnern. Betroffen sind hier vor allem frühe Anleger wie die ehemaligen ZENIQ-Investoren, die erhebliche Summen in der Hoffnung auf hohe Auszahlungen gesperrt haben. Sie sehen sich nun von der DAO vor vollendete Tatsachen gestellt.
Selbst wenn Homnifi die Änderungen als „notwendig für Plattform-Stabilität“ rechtfertigt, bleibt der Verlust an Vertrauen hoch. Die jetzt erhaltenen Auszahlungen (nur sLYK, Umtausch zu schlechter Rate) stehen in starkem Kontrast zu den einst kommunizierten Bedingungen. Wir mahnen daher zur Vorsicht: Ohne klare, festgeschriebene Zusagen und transparente Auszahlungsregeln könnten Anleger ihre Einlagen kaum zurückerhalten.
Hinweis:
Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Nutzerberichten und redaktioneller Analyse. Er dient der Information der Öffentlichkeit und fällt unter die Presse- und Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 10 EMRK und Art. 85 DSGVO. Tatsachen und Bewertungen wurden sorgfältig getrennt und entsprechend gekennzeichnet.
Quellen
- LayerK Telegram Gruppe
- LayerK DAO – Decentralized Governance Platform (Zugriff: 08.12.2025)











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