myWorld-Gruppe – Ein Blick hinter die Kulissen mit Zahlen
Was sich seit Monaten abzeichnete, ist nun eingetreten: Auch die Lyconet Austria GmbH, ein zentraler Vertriebsarm der myWorld-Gruppe, hat am 06. August 2025 offiziell Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 43 Dienstnehmer und 565 Gläubiger, die Passiva betragen rund 5,7 Millionen Euro, größtenteils bestehend aus offenen Lieferantenverbindlichkeiten. Eine Sanierung ist laut Angaben nicht vorgesehen.
Während die Pleite an sich kaum überrascht, rücken nun jene Zahlen ins Zentrum, mit denen sich die Wiener Insolvenzverwalterin konfrontiert sieht, insbesondere im Hinblick auf den Kapitalfluss innerhalb der Unternehmensgruppe rund um myWorld International AG.
Kapitalsprung vor dem „Börsengang“ – und nun offene Fragen
Kurz vor dem angekündigten Börsengang wurde das Grundkapital der myWorld International AG innerhalb weniger Wochen von 100.000 Euro auf 12 Millionen Euro erhöht. Die zentrale Frage: Woher stammte dieses Kapital und wo ist es jetzt? Diese Prüfung wird nun Aufgabe der Insolvenzverwalterin sein. Es mehren sich Hinweise, dass hier gezielt Mittel umgeleitet wurden und eine systematische Entwertung der Investitionen der Marketer stattgefunden hat.
Denn: Was vielen nicht bewusst war, die angeblich erworbenen Firmenanteile der Marketer wurden als vinkulierte B-Aktien ausgegeben. Diese verfügen weder über ein ordentliches Stimmrecht noch über freie Handelbarkeit, was sie de facto wertlos macht, insbesondere für den engagierten Marketer der sich schon im Aktienhimmel sah.
Beteiligungsstruktur wirft Fragen auf
Die aktuell dokumentierte Aktienstruktur der myWorld International AG umfasst 11.380.208 Aktien. Davon befinden sich:
- 7.520.000 stimmberechtigte Stammaktien im Besitz der timeRiver Ltd., kontrolliert durch Dominic Kollmann, Sohn von Gründer Hubert Freidl.
- Der sogenannte EliteClub mit Sitz in Dubai hält weitere 1.011.850 nicht stimmberechtigte Aktien sowie 480.000 stimmberechtigte Aktien.
- Die Lyconet mSP GmbH besitzt zusätzlich 2.364.119 Vorzugsaktien.
Für Marketer, die über Beteiligungsversprechen in das System eingestiegen sind, stellt sich somit die Frage: Welcher Anteil entfällt auf mich und welchen realen Wert hat er? Die Antwort dürfte ernüchternd ausfallen.
Marketer-Einnahmen: Fakten statt Fantasie
Offizielle Verlautbarungen der myWorld-Gruppe sprachen lange Zeit von über 15 Millionen aktiven Partnern. Gerichtsakten zeichnen ein anderes Bild: In der Hochphase der sogenannten „Clouds“ von 2015 bis 2019 waren weltweit 704.726 Marketer für die frühere Lyoness Europe AG tätig, eine gewaltige Diskrepanz zu den öffentlich kommunizierten Zahlen. Übrigens, schon im Jahr 2015 behauptete man es seien über 9 Millionen Marketer.
Laut denselben Unterlagen generierte die Shopping-Community in diesem Zeitraum ein kumuliertes Einkaufsvolumen von rund 3,6 Milliarden Euro – Einnahmen, die hauptsächlich aus der Anwerbung neuer Vertriebspartner stammten. Das Cashback spielte offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Auch rein rechnerisch ist eine solcher Umsatz rein aus Cashback-Umsätze utopisch – was Wirtschaftsgutachten bestätigen.
Provisionsrekorde ohne nachhaltiges Geschäftsmodell
Besonders das Jahr 2018 sticht hervor: Damals wurden über 152 Millionen Euro an Provisionen an Marketer ausgeschüttet, eine Summe, die sich jedoch stark auf die oberen Ränge des Vergütungssystems konzentrierte (Level 6 bis 8+). Das durchschnittliche Jahreseinkommen der aktiven Marketer lag 2018 laut Akten nur bei 907,07 Euro, umgerechnet 75,58 Euro monatlich.
Fortsetzung eines gescheiterten Systems
Neue Konstrukte wie das CASHBACK-UNIVERSE oder Kooperationen mit Unternehmen wie ENIMATIC SMILE LLC werden nun beworben. Eine Verlagerung des bisherigen, wenig tragfähigen Geschäftsmodells zeichnet sich hier ab – nicht jedoch eine echte Neuausrichtung.
Fazit
Für Marketer, die über Jahre hinweg Geld und Zeit investiert haben, stellt sich nun dringender denn je die Frage: Wieder ein großangelegtes Umverteilungsmodell zugunsten weniger Eingeweihter? Die Insolvenzverwalterin hat jedenfalls eine Menge aufzuarbeiten.
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Quellen:
https://steiermark.orf.at/stories/3316635/?utm_source=chatgpt.com
https://www.diepresse.com/19973673/nach-lyoness-nun-auch-lyconet-pleite?utm_source=chatgpt.com
https://www.ksv.at/insolvenzfaelle/lyconet-austria-gmbh-202361?utm_source=chatgpt.com
https://www.firmenabc.at/myworld-international-ag_IPbb?utm_source=chatgpt.com
Präsentationen: myWorld-Website, Lyconet-Website














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