TAGMarkets: Nik Freihofers mögliche Verbindung zu XPRO (ehem. Safir/ZENIQ)
TAGMarkets – alte Netzwerke, neue Plattform? Unsere aktuellen Recherchen legen den Verdacht nahe, dass es personelle Überschneidungen zwischen TAGMarkets und dem CONNECT/XPRO-(ehem. Safir/ZENIQ)-Umfeld gibt. Im Zentrum steht Nik Freihofer – und ein System, das stärker von Vertrieb als von Regulierung geprägt scheint.
TAGMarkets: Offshore-Broker unter regulatorischem Druck
TAGMarkets tritt nach außen als moderner Online-Broker für Forex, CFDs und Kryptowährungen auf. Die Plattform wirbt mit technologischer Infrastruktur, automatisierten Trading-Lösungen und internationalen Wachstumsambitionen. Gleichzeitig steht das Unternehmen bereits im Fokus von Aufsichtsbehörden: So warnte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) ausdrücklich davor, Geschäfte mit TAGMarkets bzw. den verbundenen Gesellschaften abzuschließen, da keine entsprechende Zulassung für den europäischen Markt vorliegt – wir berichteten.
Damit bewegt sich TAGMarkets in einem regulatorischen Spannungsfeld: formal registriert offshore – konkret aber ohne die Schutzmechanismen, die Anleger innerhalb der EU erwarten können.
Auch in der externen Kommunikation zeigen sich Unregelmäßigkeiten. In einem offiziellen, spanischsprachigen Statement teilte das „LATAM“-Team von TAGMarkets mit, dass der „Hauptaccount“ der Plattform (vermutlich auf Instagram, Anm. d. Redaktion) „aus Gründen außerhalb der eigenen Kontrolle“ gesperrt worden sei. Gleichzeitig wurde die Community aufgefordert, auf einen neu eingerichteten Ersatzkanal für den lateinamerikanischen Raum auszuweichen.
Solche kurzfristigen Kanalwechsel sind im digitalen Marketing nicht ungewöhnlich, werfen im Kontext eines Finanzdienstleisters jedoch Fragen auf: Gerade bei sensiblen Themen wie Investments und Kundengeldern gelten stabile, nachvollziehbare Kommunikationsstrukturen als zentraler Vertrauensfaktor. Wenn offizielle Kanäle wegfallen und durch neue Accounts ersetzt werden, erhöht sich für Nutzer das Risiko von Intransparenz, Identitätsverwechslungen oder auch gezielter Desinformation.
Rückblick nach Dubai 2025: Ein Treffen, das Fragen aufwirft
Die eigentliche Struktur eines solchen Systems zeigt sich jedoch selten in offiziellen Angaben – sondern in den Personen, die es tragen. Ein zentrales Puzzlestück liefert Bildmaterial, das der Redaktion vorliegt. Es zeigt eine Veranstaltung in Dubai im März 2025, bei der Niklas Freihofer, Werner Kaiser, Erwin Dokter, Gorka Buces und Jose Gordo gemeinsam auftreten bzw. anwesend sind.
Mehrere dieser Namen sind aus dem Umfeld von XPRO sowie dessen Vorgängerstrukturen rund um Safir/ZENIQ bekannt. Dass genau diese Akteure nun im Kontext von TAGMarkets gemeinsam erscheinen, ist aus investigativer Sicht bemerkenswert. Es ist ein klarer Hinweis auf personelle Überschneidungen innerhalb eines Netzwerks, das bereits in früheren Projekten gemeinsam aktiv war.
Nik Freihofer: FinTech-Manager oder Netzwerkknoten?
Im Zentrum der aktuellen Struktur steht Niklas Freihofer, der in verschiedenen Präsentationen als führende Figur hinter TAGMarkets auftritt – teils als CEO, teils als Mitgründer oder operativer Kopf.

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen öffentlicher Darstellung und tatsächlichem Umfeld. In PR-Artikeln wird Freihofer als moderner FinTech-Sales-Experte inszeniert, der datengetriebene Vertriebsstrategien und innovative Handelslösungen vorantreibt. Diese Veröffentlichungen stammen jedoch überwiegend aus gesponserten Medienformaten und sind nicht als unabhängige Berichterstattung zu werten.
Parallel dazu zeigt sich ein anderes Bild: Freihofer agiert innerhalb eines Netzwerks, das starke Überschneidungen mit früheren MLM- und Krypto-Vertriebsstrukturen aufweist. Seine Rolle wirkt dabei weniger wie die eines klassischen Finanzmanagers, sondern eher wie die eines Verbindungsstücks zwischen Technologie-Narrativ und Vertriebsrealität.
Typisch Krypto-MLM: Die Frage nach der realen Existenz von Finanzmitteln
Damit rückt eine zentrale Frage in den Fokus: Lassen sich die angekündigten Strukturen überhaupt unabhängig verifizieren? Echte DeFi-Pools sind grundsätzlich on-chain sichtbar. Sie verfügen über konkrete Smart-Contract-Adressen, nachvollziehbare Liquidität und öffentlich einsehbare Transaktionshistorien.
Ohne diese Informationen ist es nicht möglich zu überprüfen, ob die beschriebenen Mechanismen tatsächlich existieren oder in der dargestellten Form genutzt werden. Nach unserem Kenntnissstand stellen Connect und Recovery Republic genau diese Daten bisher nicht bereit. Weder werden Wallet-Adressen veröffentlicht noch konkrete Protokolle genannt, über die sich die Aktivitäten nachvollziehen ließen.
Werner Kaiser als Bindeglied zwischen TAGMarkets & XPRO
Eine zentrale Figur in diesem Umfeld ist auch Werner Kaiser, der seit Jahren im deutschsprachigen Raum als prominenter Netzwerk-Marketer bekannt ist. Seine Stationen reichen von Lyoness/Lyconet über Safir/ZENIQ bis hin zu weiteren Krypto- und Investmentprojekten.
Besonders brisant: Wie wir berichteten, soll Kaiser gemeinsam mit Marina Graf TAGMarkets bereits Ende 2025 gezielt im Umfeld ehemaliger Lyconet-/XPRO-/Safir/ZENIQ-Strukturen beworben haben. Das deutet darauf hin, dass bestehende Netzwerke aus früheren Geschäftsmodellen aktiv in das neue System überführt wurden.
Dieses Vorgehen ist typisch für skalierende Vertriebsmodelle: Anstatt neue Zielgruppen aufzubauen, werden vorhandene Communities reaktiviert und auf neue Produkte gelenkt.
XPRO, Safir/ZENIQ und die personelle Kontinuität
Die Verbindungslinien zwischen TAGMarkets & XPRO (ehemals Safir/ZENIQ) ergeben sich weniger aus offiziellen Kooperationen als aus den beteiligten Personen.
Namen wie Erwin Dokter, Gorka Buces und Jose Gordo sind in verschiedenen Kontexten dieser Projekte aufgetaucht. Ihre Präsenz im Umfeld von TAGMarkets verstärkt den Eindruck, dass es sich nicht um isolierte Einzelprojekte handelt, sondern um ein Netzwerk, das sich über verschiedene Plattformen hinweg fortsetzt.
Auch aktuell setzen bekannte Namen aus dem XPRO-Umfeld ihre Aktivitäten im Kontext von TAGMarkets fort. In einschlägigen Telegram-Gruppen, die der Plattform zugeordnet werden, treten etwa Danijel Botic und Tom Barendregt – beide zuvor im Umfeld von XPRO aktiv – als Moderatoren und Präsentatoren von Webinaren auf. Dort werden regelmäßig Inhalte zu Trading, Strategien und Systemzugängen vermittelt.
Diese Entwicklung fügt sich in das bereits erkennbare Muster: Erfahrene Vertriebsakteure aus früheren Projekten übernehmen erneut eine aktive Rolle in der Kommunikation und Mobilisierung der Community rund um ein neues System. Das zugrundeliegende Muster ist dabei konstant: Neue Plattform – bekannte Akteure – vertraute Narrative.
Klassisches Krypto-MLM: Vertrieb vor Regulierung
Ein wiederkehrendes Element ist die klare Prioritätensetzung: Wachstum und Vertrieb stehen im Vordergrund, während regulatorische Einbindung und Transparenz nachrangig erscheinen. Die Roadmaps und Präsentationen fokussieren auf exzessivem Community-Aufbau, rapider internationaler Expansion und diversen, nicht transparent dokumentierten Einkommensströmen.
Weniger konkret bzw. überhaupt nicht vorhanden sind hingegen Aussagen zu regulatorischer Zulassung in der EU, Einlagensicherung und Haftungsstrukturen. Gerade in Kombination mit einer Offshore-Struktur ist diese Gewichtung für Anleger ein entscheidender Faktor.
Fazit: Alte Netzwerke in neuer Struktur
Die Analyse von TAGMarkets zeigt weniger ein isoliertes Unternehmen als vielmehr ein Netzwerk aus Plattform, Vertrieb und wiederkehrenden Akteuren.
Die dokumentierte Präsenz zentraler Figuren aus dem XPRO-/Safir-Umfeld, die Rolle von Nik Freihofer als verbindendes Element und die gezielte Ansprache bestehender Netzwerke zeichnen ein konsistentes Bild: Es handelt sich um ein System, das auf vorhandenen Strukturen aufbaut und diese in neue Plattformen überführt.
Hinweis:
Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Nutzerberichten und redaktioneller Analyse. Er dient der Information der Öffentlichkeit und fällt unter die Presse- und Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 10 EMRK und Art. 85 DSGVO. Tatsachen und Bewertungen wurden sorgfältig getrennt und entsprechend gekennzeichnet.
Quellen
- Öffentliche Profile der genannten Projekte (u.a. Youtube, Facebook, Telegram-Kanäle), Stand der Recherche: April 2026
- Eigene redaktionelle Auswertung von Webinaren, Marketingmaterialien und Anlegerberichten.














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