Ein Mann, zwei Hüte: André Surber, die Blockchain Schule und Xera.Pro/ VOO/Copper.One & Co.
Blockchain-Schule oder Werbeplattform? Ein ernsthafter Interessenskonflikt
Eine bemerkenswerte Personalie bei VOO/Copper.One: André Tobias Surber-Siewert, Betreiber der „Blockchain Schule Schweiz“ und Inhaber der Einzelfirma Siewert Finanzberatung 24, tritt seit Monaten als Werbegesicht für umstrittene Krypto-Plattformen wie Xera.Pro, jetzt XPro und VOO/Copper.One auf – allesamt Projekte, vor denen mehrere europäische Finanzaufsichtsbehörden eindringlich warnen. Während er nach außen hin Blockchain-Bildung verspricht, steht der Verdacht im Raum, dass sein Engagement eher dem Strukturvertrieb von Hochrisiko-Investments dient als unabhängiger Aufklärung.
Die Blockchain Schule Schweiz – ein unabhängiges Bildungsinstitut oder Rekrutierung für VOO/Copper.One & Co?
Laut Impressum residiert die „Schule“ in einem Postfach in Oberweningen (Kanton Zürich). Rechtlich steht dahinter die Siewert Finanzberatung 24, eine seit 2006 bestehende Einzelfirma. Die Handelsregisterdaten zeigen: Es handelt sich nicht um eine anerkannte Bildungseinrichtung, sondern um ein klassisches Einzelunternehmen im Finanzdienstleistungsbereich. Auf sozialen Medien nutzt Surber jedoch das Label „Blockchain Schule“, um Glaubwürdigkeit aufzubauen – insbesondere gegenüber Einsteigern, die eine fundierte Ausbildung im Krypto-Bereich suchen.
Doch wie unabhängig kann ein Bildungsangebot sein, wenn der Schulleiter parallel Krypto-Plattformen promotet, die von BaFin (Deutschland), FMA (Österreich) und anderen Behörden als aufsichtsrechtlich auffällig eingestuft werden?
Workshop-Werbung für XERA/XPRO – und die Rolle als Community-Moderator bei VOO/Copper.One
Ein besonders aufschlussreiches Detail ist ein öffentlich einsehbarer Workshop-Eintrag auf der Webseite der Blockchain Schule Schweiz. Dort wurde für den 27. Juli 2024 ein Tages-Workshop zum Thema XERA/LayerK angekündigt – jener Plattform, die heute unter dem Namen XPRO firmiert und eng mit den Projekten Zeniq und Safir verknüpft ist. Diese Umbenennungen und Verschiebungen sind typisch für Konstrukte, die versuchen, sich ihrer Vergangenheit zu entziehen.

Dass André Surber über seine „Schule“ aktiv für ein solches Projekt warb, zeigt, wie eng Bildung und Vertrieb bei ihm offenbar miteinander verschmelzen. Noch brisanter: In mehreren Telegram-Gruppen tritt Surber inzwischen offen als Moderator für VOO/Copper.One auf – also jenen Nachfolgeprojekten, die erneut mit großen Versprechen und minimaler Transparenz auftreten. Damit entfällt auch das letzte Argument einer neutralen Bildungsinitiative.
Der Verdacht: Bildungangebot, tatsächlich aber für Multilevel-Marketing?
Nach unseren Recherchen wirbt Surber nicht nur aktiv für die erwähnten Plattformen, sondern taucht regelmäßig in Gruppen, Präsentationen und Online-Calls auf, in denen Anleger zum Einstieg in das VOO/Copper.One-Ökosystem animiert werden. Viele dieser „Produkte“ – ob „Shares“, Token-Minter oder Reisekarten – sind intransparent, teils nicht gelistet, versprechen aber hohe Renditen. Typische Merkmale strukturierter Schneeballsysteme.
Die Blockchain Schule Schweiz dient dabei offenbar als seriös klingende Tarnung, um Vertrauen zu erzeugen und die Nähe zu Bildung und Technologie zu suggerieren – während im Hintergrund fragwürdige Investmentprodukte beworben werden.
Fehlende Transparenz – trotz Nachfrage
Unsere journalistische Anfrage vom Mai 2025, adressiert an André Surber persönlich, blieb bislang unbeantwortet. In der Mail ging es unter anderem um folgende Fragen:
- Wie stellt die Schule sicher, dass ihr Bildungsangebot unabhängig und produktneutral ist?
- Ist der Schulleiter über die offiziellen Warnungen der Finanzaufsichten informiert?
- Welche ethischen Richtlinien gelten für das öffentliche Auftreten von Lehrpersonen, wenn gleichzeitig für spekulative Investmentmodelle geworben wird?
Keine Antwort – keine Klarstellung. Wer schweigt, trägt zur Intransparenz bei.
Der Schaden: Verunsicherung statt Aufklärung
Statt Blockchain-Wissen zu fördern, scheint hier ein anderes Ziel verfolgt zu werden: Rekrutierung neuer „Investoren“ für das fragwürdige Ökosystem von VOO/Copper.One. Besonders problematisch: Durch den Anstrich „Schule“ entsteht bei Laien der Eindruck von Sicherheit und Seriosität – obwohl sie sich in einem Umfeld bewegen, das längst unter Beobachtung mehrerer Finanzbehörden steht.
Fazit: Ein Fall für die Öffentlichkeit – und möglicherweise die Behörden
Der Fall André Surber wirft zentrale Fragen zum Thema Bildungsverantwortung, Interessenkonflikte und Krypto-Compliance auf. Wer sich öffentlich als Lehrer oder Coach im Bereich Blockchain positioniert, trägt Verantwortung. Wer gleichzeitig dubiose Investmentmodelle wie VOO/Copper.One & Co. vertreibt, gefährdet nicht nur seine Glaubwürdigkeit, sondern auch das finanzielle Wohl seiner Kund*innen.
Hinweis: Und wie immer gilt, die Betroffenen können sich gerne dazu äußern, oder wenn jemand mehr oder andere Informationen dazu hat, kann er sie uns gerne mitteilen. Wir sind nicht daran interessiert, falsche Behauptungen aufzustellen und unser vorrangiges Ziel bleibt die Bereitstellung einer vollständigen Dokumentation.
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Bildquelle: www.bekm.eu, blockchainschule-schweiz.ch










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