Die Grazer Hütchenspieler hinter Safir/ZENIQ & Avinoc/VOO
Von der Vision einer revolutionären Luftfahrt-Blockchain über eine angeblich bahnbrechende Hub-Technologie bis hin zum visionären Wirtschaftsmodell: Das Netzwerk hinter den Namen Safir/ZENIQ und Avinoc/VOO hat sich über Jahre hinweg als eines der komplexeren Krypto-MLM-Systeme hierzulande erwiesen. Unsere Recherche zeigt: Während operative Firmen in die Insolvenz geschickt werden, bleibt die Technologie und die Kontrolle über die Nutzerdaten in den Händen weniger Hintermänner – geschützt durch ein Dickicht aus Holding-Gesellschaften und Briefkastenfirmen.

Das Fundament: Die ZENIQ-Ära und das technologische Trugbild
Alles begann mit dem Versprechen des revolutionären „ZENIQ Hubs“ – einer Hardware, die das Tor zur dezentralen Finanzwelt sein sollte. IT-Experten bezweifelten früh die Skalierbarkeit der „Zeniq Smartchain“. Das sogenannte „Minting“ der Token entpuppte sich für viele Beobachter als zentral gesteuerte Simulation ohne echten Marktwert, der Hub schien nicht viel mehr Funktionen als eine Tischuhr.
Bereits Ende 2021 warnten internationale Aufsichtsbehörden, da keine Lizenzen für die angebotenen Finanzprodukte vorlagen: Die ZENIQ Technologies Ltd. nutzte den Standort Dubai (DIFC) für ihr Image. Doch die dortige Aufsicht DFSA stellte klar: ZENIQ besitzt keine Finanzlizenz. Wir berichteten über die Pleite mit dem HUB und die Warnung der DFSA vor ZENIQ.
Das Zwischenspiel: Juwelis GmbH, Zentatec GmbH und über allem die VouGee mit Peter Skerl
In unserem Beitrag „Krypto-Kollaps ZENIQ/Safir“ berichteten wir bereits detailliert, wie das Geschäft mit den vermeintlichen Alleskönner-Hubs von Peter Skerl und Erwin Dokter eingefädelt wurde. Die von Dokter gegründete Juwelis GmbH ging Anfang 2022 an Gernot Winter und war zwischenzeitlich für den Versand und die Reparaturen der Hubs verantwortlich. Welchen Aktivitäten sich die Zentatec GmbH heute widmet, bleibt unklar – spannend ist an dieser Stelle aber, dass dieses Unternehmen heute zu 100% zur VouGee Group FlexCo gehört, an der wiederum ein gewisser Peter Skerl über 70% der Anteile hält.
Damit schließt sich ein Kreis, der weit über die bloße Hardware-Abwicklung hinausgeht. Skerl hat es geschafft, sich durch dieses Holding-Konstrukt zum zentralen Ankerpunkt des gesamten Ökosystems zu machen – und dennoch über all die Jahre sehr dezent im Hintergrund zu bleiben. Während die ursprüngliche VouGee GmbH – das einstige technische Herzstück – im März 2025 mit beachtlichen Schulden in die Insolvenz rutschte, wächst das Geflecht rund um die VouGee Group FlexCo.

Besonders brisant: Skerls VouGee Group FlexCo kontrolliert nicht nur die Zentatec, sondern ist auch alleinige Eigentümerin der Nomo Digital FlexCo. Diese Firma betreibt die Nomo App, die heute als das digitale Bindeglied für alle verbliebenen Nutzer von ZENIQ, AVINOC und Konsorten dient. Dass bei der VOO flights GmbH und der VOO Aviation Service GmbH der Verdacht auf strategische Insolvenz besteht, haben wir bereits berichtet. Während die Investoren den Totalverlust ihrer Einlagen in den insolventen Grazer GmbHs beklagen, hält Skerl über seine sauberen „FlexCo“-Strukturen weiterhin die volle Kontrolle über die Technologie und die wertvollen Nutzerdaten.
Dieses Vorgehen gleicht einer strategischen Häutung: Die Schulden und die wütenden Kunden bleiben in den insolventen Altgesellschaften zurück, während Skerl und seine Partner im Hintergrund die Infrastruktur für die nächste Generation von Token-Projekten – von Copper.One bis Homnifi – bereits neu sortiert haben. Dass im App Store bei der Nomo App weiterhin die ZENIQ Technologies Ltd. als Rechteinhaber aufscheint, unterstreicht die gezielte Verschleierung: Die operative Macht liegt in der Grazer Lange Gasse, während die rechtliche Haftung im fernen Wüstensand verpufft.
Das erweiterte „Who is Who“ im Safir/ZENIQ/Avinoc/VOO-Geflecht
Werner Kaiser: Einer der einflussreichsten Vertriebsleiter, der Safir/ZENIQ und mehrheitlich dessen Nachfolgerprojekte Xera/XPRO promotete. Er war das Gesicht der Marken, ist im Herbst 2025 zumindest in dieser Szenerie von der Bildfläche verschwunden und widmet sich nach unseren Informationen derzeit mit ehemaligen Lyoness/Lyconet/MyWorld-Partnern neuen Projekten wie eCredits & TAG-Markets, wie wir bereits berichteten.
Swen Völkl-Schild: Er betreibt die Firma New Sales Way (Merchandising für Zeniq) und ist eng in neue Projekte wie dem Luftschloss rund um Copper.One (Kupfer-Tokenisierung) eingebunden, die nun über das Connect-Ökosystem vermarktet werden.
Roman Philipp: Er ist der Geschäftspartner von Peter Skerl und hält 27,37 % an der VouGee Group FlexCo.
Unser Fazit: Lauter Nieten
Das „Hütchenspiel“ funktioniert allem Anschein nach so, dass Dokter seine frühen Wegbegleiter in Dubai die Vision starteten, die Vertriebsprofis rund um Werner Kaiser das Geld einsammelten, Skerl und seine Assistenen die Technik sicherten und Gernot Winter sich nun der Aufgabe widmet, die enttäuschten Massen durch neue Versprechen und mit dem Genossenschaftsmodell Aviation VOO SCE mbH bei Laune zu halten. Über die Jahre hat sich das Zentrum der Macht dabei offensichtlich von den Gründer-GmbHs hin zur VouGee Group FlexCo von Peter Skerl und seinem Kompagnon Roman Philipp verschoben.
Hinweis:
Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, dokumentierten Nutzerberichten und redaktioneller Analyse. Er dient der Information der Öffentlichkeit und fällt unter die Presse- und Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 10 EMRK und Art. 85 DSGVO. Tatsachen und Bewertungen wurden sorgfältig getrennt und entsprechend gekennzeichnet.
Quellen
- https://www.wirtschaft.at/u/602902x
- https://www.northdata.de/VouGee%20Group%20FlexCo,%20Graz/602902x
- Eigene Verifizierung (Redaktion): Domain-/Firmenprüfung










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